Kopf des Monats | Januar 2017

           

Philip Weiss

Philip Weiss leitet den Bereich Partnerschaften bei der NetComm Suisse. Seit Juni 2015 setzt er sich für die Förderung des E-commerce mit all seinen Facetten in der gesamten Schweiz ein. In seiner täglichen Arbeit setzt er gezielt auf strategische Partnerschaften mit einer Vielzahl von Schweizer Unternehmen, von Postfinance und Accenture bis hin zu KMUs, Universitäten, Institutionen und Verbänden.
Sein Ziel ist es, durch das Zusammenbringen von verschiedenen Firmen und der Organisation von Events Wachstum und neue Geschäftsfelder für das gesamte NetComm Suisse Netzwerk zu ermöglichen. Die Schweizer Onlinehändler sind ihm dabei besonders wichtig.

Vor NetComm Suisse war Philip Weiss unter anderem bei Google als Key Account Manager und Strategist für die strategische Beratung von Großkunden wie Monster.com und die Delivery Hero Gruppe verantwortlich.

In seiner letzten Position baute als Country Manager bei Nosto, einem weltweit tätigen B2B SaaS Unternehmen mit ca. 22.000 Kunden, den DACH Markt auf.

Philip Weiss hat einem Master in Economics und Business Administration von der Copenhagen Business School, sowie einem Master in International Management von der Bocconi Universität in Mailand.

 


Interview: marketing.ch


Herr Weiss, Sie verantworten bei der der NetComm Suisse Association den Bereich Partnerschaften. Was bietet Ihr Verband genaau?

NetComm Suisse hat 2 primäre Ziele. Erstens den Onlinehandel in der Schweiz ganzheitlich zu fördern. Dazu bieten mit unseren Partnern unter anderem umfassende Studien zu dem Online Konsumverhalten in der Schweiz, sowie dem Exportpotenzial für Schweizer Händler an. Wir bieten Workshops and Trainingskurse zu Themen wie dem Digitalem Marketing und Conversionrate Optimierung an. Zudem versuchen wir bei schwierigeren Themen wie den legalen Aspekten oder Logistikherausforderungen zu unterstützen. Darüber hinaus bemühen wir uns sowohl innerhalb der Schweiz als auch in Europa bessere Rahmenbedingen für den Schweizer Onlinehandel zu schaffen. Dazu organisieren wir zum Beispiel im Februar 2017 im Berner Rathaus ein Event bei dem auch Vertreter der Europäischen Kommission vertreten sein werden.

Zweitens ist es unser großes Anliegen alle Vertreter der E-commerce Branche von Händlern bis hin zu Payment und Logistik-anbietern zusammenzubringen, um voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen. Dazu organisieren wir jährlich eine Vielzahl von thematischen Events und Aperos in der gesamten Schweiz.


Wie sieht bei Ihnen ein “normaler” Arbeitsalltag aus?

Das ist glücklichweise von Tag zu Tag sehr verschieden. Ich bin primär mit Meetings außerhalb unserer Büros anzutreffen um Partner zu treffen. Sie müssen sich vorstellen, dass unser gesamtes Netzwerk mittlerweile über 15.000 Personen umfasst. Insofern ist das gesamte Team sehr gut beschäftigt.

Die NetComm Suisse Association ist ein noch junges Unternehmen. Heute haben Sie bereits drei Standorte in Lugano, Zürich und Genf. Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe für das schnelle Wachstum?

Das hat denke ich mehrere Gründe. Zum Einen profitieren wir stark davon, dass uns unsere Mitglieder und Partner aufgrund unserer, augenscheinlich guten Arbeit, weiterempfehlen. Wir sind zudem als Verband unanhängig und werden von unserern Mitgliedern getragen. Darüber hinaus haben wir ein unglaublich motiviertes und schnell wachsendes Team, welches sich täglich für unsere Mitglieder einsetzt.



Sie haben drei Highlights in Ihrer beruflichen Laufbahn zur Auswahl, welche würde Sie wählen und warum?

Meine Zeit bei Google war sicherlich eine sehr gute Erfahrung. Zum Einen als “Schule” um in sehr kurzer Zeit sehr viele Dinge von absolten Topleuten ihres Fachs zu lernen. Zum Anderen um sich ein sehr gutes berufliches und privates Netzwerk aufzubauen von dem ich in meiner täglichen Arbeit sehr profitiere.

Meine Zeit bei Nosto war ebenfalls sehr lehrreich. Den DACH-Markt innerhalb von 20 Monaten von 0 auf 300+ B2B Kunden aufzubauen war extrem herausfordernd. Zu dem Zeitpunkt als ich das Unternehmen verlassen habe, waren wir die weltweit am schnellsten wachsende B2B Personalisierungslösung für den Onlinehandel auf dem Markt.

Als drittes Highlight würde ich ganz klar meine derzeitige Position bei der NetComm Suisse sehen. Ich genieße es täglich sehr interessante Leute treffen zu dürfen und die Rückmeldung zu bekommen  unserem Netzwerk  wirklich weiterhelfen zu können.



Am 15. November fand die Swiss e-Commerce Conference 2016 statt. Welches Resumé ziehen Sie aus der Veranstaltung?

Wir sind insgesamt sehr zufrieden wie die Konferenz gelaufen ist. Wir konnten über 650 Besucher begrüßen, hatten einige sehr interessante Speaker im Aufgebot und haben gute Rückmeldungen für unser Gesamtkonzept bekommen. Trotzdem ist es natürlich unser Anspruch uns ständig zu verbessern und uns zu hinterfragen um den hohen Erwartungen gerecht zu werden. Deswegen sind auch kritische Stimmen so wertvoll für uns.


Was sind Ihre Ziele mit der NetComm Suisse Association für die nächsten Jahre? Sind weitere, neue Events geplant?

Zunächst einmal stehen wir im ständigen Kontakt mit unseren Mitgliedern und Partnern auf allen Ebenen um sicherzustellen stetig einen guten Mehrwert durch unsere Aktivitäten liefern zu können.

Es gibt jedes Jahr gewisse Events, die wir aufgrund der großen Resonanz wiederholen. Unsere Konferenz in Baden hat sich beispielsweise als jährliches Trffen der Szene etabliert. Das Gleiche gilt für die Händler der Modebranche die sich jahrlich im Frühjahr bei unserem Event im Tessin wiedersehen.

Trotzdem gibt es natürlich jedes Jahr eine Vielzahl von komplett neuen Konzepten und Events. Ich freue mich insbesodere auf das Event im Februar im Berner Rathaus wo wir eine Vielzahl von interessanten Persönlichkeiten zusammenbringen werden. Die Digitalisierung der Schweiz wird ein großes Thema sein.

Darüber hinaus werden wir verschiedene, in unseren Augen wichtige Projekte, fördern und vorantreiben, unter anderem auch durch die Zusammenarbeit mit Digital Switzerland.


Wie managen Sie in Ihre anspruchsvolle Position, sodass Ihre Freizeit nicht zu kurz kommt?

Grundsätzlich durch eine klaren Fokus auf die wichtigsten Prioritäten auch wenn das aufgrund der Vielzahl von Anfragen nicht immer gelingt. Grundsätzlich ist meine Position sicherlich kein 9-to-5 Job. Somit ist es umso wichtiger sich Freiräume zu schaffen um auch mal abschalten zu können.

Unser fantastisches Team unterstützt mich zudem sehr gut.


Wie sehen Ihrer Meinung nach die Zukunftstrends im Bereich des e-Commerce aus?

Ich denke Echzeit Personalisierung wird eine noch stärkere Rolle spielen. Dazu zähle ich unter anderem Content und Produktempfehlungen auf den jeweiligen Onlineshops und Marktplätzen basierend auf der User Historie, dem aktuellen Surfverhalten, der Geogrpahie usw. Dies beobachten wir insbesodere bei den großen Fashionshops.

Damit einhergend wird Big Data eine noch größere Role spielen. Anhand einer Vielzahl von Datapoints lassen sich natürlich die sogenannten User Journeys noch besser voraussagen.

Der Onlinekauf von Lebensmitteln wird meiner Meinung nach noch stärker wachsen und professioneller werden. In den USA und Großbritannien wird zb. durch Anbieter wie Amazon Fresh teilweise schon ein Großteil der Lebensnmitteleinkäufe online getätigt. Traditionell wird ja in der Schweiz online insbesondere Mode und Elektroartikel eingekauft. Es wird interessant sein zu sehen inwieweit sich das Verhältnis in Richtung der Lebensmittel verschieben wird.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich für die aufgebrachte Zeit, die Sie sich für unser Interview genommen haben und wünschen Ihnen für die Zukunft weiterhin alles Gute!

 

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