9 Jun 2017

Blog: Qualität statt Quantität: Wie nachhaltig sind Unternehmen und Fonds wirklich?

Blog: Qualität statt Quantität: Wie nachhaltig sind Unternehmen und Fonds wirklich?

Autor: info@marketing  /  Kategorien: Alle  / 
Nachhaltigkeit sei „das neue Normal“ schrieb unlängst eine grosse Tageszeitung. Das stimmt, wenn man die Quantität betrachtet: Kaum ein Unternehmen kann es sich heute noch leisten, auf Nachhaltigkeitsprogramme und -berichte zu verzichten. Achtet man jedoch auf die Qualität der Nachhaltigkeitsberichte und die verwendeten Kenngrössen, trennt sich die PR-Spreu rasch vom wirklich nachhaltigen Weizen.

Nur umfassende Nachhaltigkeit verdient das Etikett

Die heutige Nachhaltigkeitsberichterstattung hat sich Ende der 1990er Jahre aus der Umweltberichterstattung entwickelt. Vor allem Chemiekonzerne veröffentlichten ab Ende der 1980er Jahre Umweltberichte, um der wachsenden öffentlichen Kritik zu begegnen und ihr Image zu verbessern. Auch kleine und mittelgrosse Unternehmen – die Pioniere im Umweltschutz – veröffentlichten Umweltberichte, um über ihre Aktivitäten zu berichten.

Ab Ende der 1990er Jahre ergänzten die ersten Unternehmen ihre Umweltberichte mit sozialen und ökonomischen Themen. Die sogenannte Nachhaltigkeitsberichterstattung war geboren. Bis heute gibt es noch keinen allgemein gültigen Standard zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Konsens herrscht jedoch, dass Nachhaltigkeit per se nicht auf ausgewählte Bereiche begrenzt werden kann. Sie stellt eine unternehmerische Grundhaltung dar, die keinen wesentlichen gesellschaftlichen Aspekt ausschliessen darf.

Regulatorische Entwicklungen: Von der Hol- zur Bringschuld in der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Bereits seit 2003 sind in Frankreich die 200 grössten börsennotierten Unternehmen verpflichtet, innerhalb des Geschäftsberichts Zahlen und Informationen zu Umweltschutz und Arbeitnehmerbelangen zu veröffentlichen. Auch in Dänemark und den Niederlanden besteht eine Berichtspflicht.

Mit der Richtlinie 2014/95/EU verpflichtet die EU ab diesem Jahr Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden und solche von öffentlichem Interesse, Angaben zu nichtfinanziellen und die Diversität betreffenden Informationen zu machen. Das heisst, Unternehmen müssen entweder ihre Geschäftsberichte um diese Dimensionen erweitern oder einen separaten Nachhaltigkeitsbericht erstellen.

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