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Business-Style   I   Reisen für Geschäftsleute

Länderknigge Europa.

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Ausland allgemein

Andere Länder, andere Sitten

In jedem Land herrschen andere Gepflogenheiten, dennoch gilt immer eine Regel: In jeder Hinsicht offen sein und sich über das Gastland im Voraus informieren!

Das heisst: Machen Sie sich über die Besonderheiten ihres Reiselandes oder -stadt kundig, legen Sie sich ein bestimmtes Grundwissen zu. Dies reicht meist schon damit, dass man einen Reiseführer studiert oder Kollegen befragt, die schon mal in diesem Land waren.

Akzeptieren Sie „Andersheiten“. Das ist meist nicht ganz einfach und erfordert nicht nur Toleranz sondern auch ein hohes Mass an Selbstkritik.

Zeigen Sie Interesse an ihrem Reiseland. Gerade bei Geschäftsreisen: Lernen Sie einige grundlegende Vokabeln, scheuen Sie sich nicht, nachzufragen.

Machen Sie sich aber auch nicht lächerlich, indem Sie versuchen, „einheimischer“ zu sein als Ihre Gastgeber!

Sie können auch stets auf Ihre persönlichen Grenzen aufmerksam machen. Sie müssen nicht alles akzeptieren, vor allem wenn Sie sich bei etwas unwohl fühlen sollten.

Gesten können kritisch sein

Mit Gesten ist Vorsicht geboten! Nicht nur, dass eine Geste in einem anderen Land nichts bedeuten kann, sondern viel schlimmer noch, die ein und dieselbe Geste kann in zwei verschiedenen Ländern total unterschiedliche Bedeutungen haben. Im schlimmsten Fall könnten Sie mit einer falschen Geste das Gegenüber sehr schwer beleidigen oder kränken.

Ähnlich verhält es sich mit Berührungen. Verschiedene Kulturen haben verschiedene Beziehungen zum Thema körperliche Nähe. Während einige Kulturen sich bei der ersten Begegnung gerne umarmen oder kurz an sich drücken, ziemt es sich bei anderen, sich lediglich zuzunicken oder die Hand zu reichen.

Allgemeine Tipps

Falls Sie mit (einem) Kollegen reisen sollten, unterhalten Sie sich nicht Ihrer Muttersprache falls Ihr Gegenüber Sie nicht verstehen kann. So entsteht schnell der Eindruck, Sie besprächen Dinge, von denen er nichts wissen darf. Oder aber er denkt, Sie reden über ihn.
 

Beim Auswärtsessen: Splitten Sie die Rechnung nicht am Tisch untereinander. Dies ziemt sich in vielen Ländern (abgesehen vom deutschen Sprachraum vielleicht) überhaupt nicht – erst recht nicht bei Geschäftsreisen.
 

Reden Sie niemals schlecht über ein Land, auch nicht über Ihr eigenes. Und vermeiden Sie verallgemeinernde Aussagen über eine Nationalität oder die Einwohner eines bestimmten Landes.

 
Grossbritannien

Briten legen grossen Wert auf Ihre Traditionen.

Körperlicher Kontakt (mitunter auch Händeschütteln) wird als unangenehm empfunden.

Engländer trinken sehr viel Tee, doch auch das will gelernt sein. Der Tee wird mit viel Milch getrunken, die Milch leert man vor dem Tee in die Tasse. Pressen Sie den Teebeutel nicht mit dem Löffel bis auf den letzten Tropfen aus.

Für Sie: Kleiden Sie sich nicht zu feminin, vermeiden Sie beispielsweise freie Schultern und tragen Sie stets Feinstrümpfe zu Röcken.

Für Ihn: Der Anzug ist Pflicht.
--> Nähere Informationen zum Thema Dresscode in Grossbritannien.

Trinkgeld ist üblich, lassen Sie es auf dem Tisch liegen.

 
Italien

Das Rauchen ist in Italien in öffentlichen Räumen (Restaurants, Bars etc.) und in Zügen verboten.

Bikinis oder Badehosen sollten ausschliesslich zum (Sonnen-) Baden getragen werden. Gehen Sie nicht damit oder mit nacktem Oberkörper durch die Strassen. In Venedig droht Ihnen dabei sogar ein Bussgeld von bis zu 200 Euro, auch wenn Sie zu salopp gekleidet sein sollten – bspw. in Shorts und einem offenen Hawaii-Hemd.

Kleidung ist in Italien sowieso ein wichtiges Thema. Italiener sind Ästheten und Sie lieben gut angezogene Menschen. Auch beim Sightseeing sollte darauf geachtet werden. Tragen Sie in Museen und vor allem in Kirchen (die römisch-katholische Kirche ist in Italien sehr einflussreich) immer Kleidung, die Ihre Schultern und Beine bedeckt.
--> Nähere Informationen zum Thema Dresscode in Italien.

In der italienischen Gastronomie ist das Trinkgeld geben nicht mehr üblich. Wenn Sie besonders zufrieden waren, lassen Sie ein paar Münzen auf dem Tisch liegen. Im Taxi wird ebenfalls kein Trinkgeld erwartet, es wird höchstens aufgerundet.

Es gibt einige Tabuthemen, die Sie in Italien keinesfalls ansprechen sollten: Das Einkommen und das Thema der „Diktatur“ unter Mussolini.

 
Spanien

Spanier identifizieren sich häufig eher mit ihrer Region als mit dem ganzen Land. Informieren Sie sich erst darüber und bringen Sie nichts durcheinander.

Unterlassen Sie aus Respekt folgendes: Gähnen, sich Strecken oder Fluchen in der Öffentlichkeit.

Einladungen zu einem Spanier nach Hause sind sehr selten und ein Zeichen von Freundschaft. Sie können eine Einladung auch ablehnen, sollten dies aber allerhöchstens einmal tun, denn ein drittes Mal wird Sie kaum einer zu sich einladen.

Grosses Tabuthema in Spanien: Sinn oder Unsinn von Stierkämpfen. Vermeiden Sie diese Diskussion. Andere Themen, die Sie vermeiden sollten: Die Siesta, die Diktatur unter Franco und der baskische Separatismus. Sprechen sie stattdessen über Kunst und Architektur.

Wenn Sie einen Termin vereinbaren, kann es gut sein, dass ein Spanier erst kurz vorher zusagt. Spätes und spontanes Zusagen ist in Spanien üblich. Hingegen kann ein Schweizer auch in Spanien mal einen Termin absagen ohne dass dies gleich als unhöflich empfunden wird.

Kommunikation ist in Spanien besonders wichtig. Schweizer kommunizieren häufig, weil sie einen bestimmten Zweck verfolgen – Spanier hingegen kommunizieren um des Kommunizierens Willen. Pflegen Sie also den Smalltalk. Bei einem 45-minütigen Geschäftsgespräch sind zwei Minuten geschäftlicher und 43 Minuten privater Inhalt.

Kleidung: der erste Eindruck wird durch die Kleidung hergestellt. Krawatte ist beim ersten Termin ein Muss! Spanier legen grossen Wert auf Mode und Qualität.
--> Nähere Informationen zum Thema Kleidung in Spanien.

 
 

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