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An die 800 Personen waren gestern
live dabei, als in Luzern mit teils spannenden Referaten der
Frage nachgegangen wurde, was denn die Kunden wirklich wollen.
Zudem wurden am Nachmittag die Marketing-Trophies verliehen.
Lesen Sie nach, welche interessanten
Marketing-Ansätze die Referenten aufgezeigt haben und schauen Sie, wer
in
den letzten 12 Monaten die erfolgreichsten Marketing-Kampagnen
durchgeführt hat. |
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Kurzinfo's |
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Event: |
Schweizer Marketing-Tag und Verleihung der
Marketing-Trophy |
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Datum: |
13. März
2007 |
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Ort: |
KKL,
Luzern |
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Veranstalter: |
SMC Swiss Marketing |
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Besucherzahl: |
800 |
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Besucher: |
SMC-Mitglieder,
Marketingverantwortliche, |
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Referate: |
Dr. Hans-Georg Häusel,
Dr. Christoph Theler,
Eva Kreienkamp und Dr. Barbara
Drinck, Flavio Caggiula,
Prof. Dr. oek. HSG Boris
Durisin, Dr. Felix Graf, Prof. Dr. Johannes Heigert |
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Gewinner: |
Bell AG,
Verein Minergie,
Helvepharm,
Mammut Sports |
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Bilder: |
Hier
geht's zur Bild-Galerie |
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Referate |
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An die 80% unseres Handelns
erfolgt unbewusst und selbst die restlichen 20% sind nicht
so planbar, wir wir uns das wünschen, oder wie es zumindest
das Marketing sich wünschen würde.
Nach Ansicht Häusels sind vor
allem neurologische Gründe für unser Verhalten
verantwortlich. Wenn wir also wissen wollen, was der Kunde
will, dann müssen wir versuchen in seinen Kopf oder genauer
in sein Hirn zu schauen.
Das Hirn ist grob in die drei
Bereiche Stimulanz, Dominanz und Balance unterteilt. Jedes
dieser drei Programme steht für bestimmte Eigenschaften und
Charakteren (Folie 9). Und das Verhältnis dieser drei
untereinander ist wiederum bei jedem Menschen anders.
Trotzdem lassen sich Gruppen
(Folie 14) erstellen. So sind beispielsweise wesentliche
Unterschiede bei den Geschlechtern festzustellen. Auch das
Alter hat starken Einfluss auf das Kaufverhalten (Folien 17
bis 20).
Produkte müssen demnach so
kommuniziert werden, dass sie den den entsprechenden Gruppen
passen und dort die gewünschten Emotionen auslösen.
Denn alles was keine Emotion auslöst,
erachtet das
Hirn als wertlos. Dafür lohnt sich im Gegenzug den Kunden
auf mehreren Kanälen zu erreichen. Erlebt der Kunde die
Produktemotionen beispielsweise mit den Augen (Bilder), den
Ohren (Musik) und den Fingern, so kann sich die Wirkung der
Emotion bis zu verzehnfachen.
Dr. Hans-Georg
Häusel verstand es auf ausgezeichnete Art und Weise dieses
Thema verständlich und mit einer passenden Prise Humor zu
präsentieren und ermöglichte so den gelungenen Start der
Veranstaltung. |
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Best
Practice: Marketing Forschung als Erfolgsfaktor für das
Ableiten von konkreten Marketingmassnahmen. |
Dr. Christoph Theler
Leiter Marktforschung, Verkaufsplanung und
Konsumentendienst
Coop |
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Herr Dr. Theler versuchte bei seinem Referat die Integration
von Customer Insights bei Coop zu demonstrieren. Es blieb
leider beim Versuch.
Blendet man die (sehr) vielen Aussagen, die auch einer
Imagebroschüre hätten entnommen werden können aus, war nur
ganz kurz zu erfahren, wie bei Coop Customer Insights
angewendet wird.
So nämlich bei der Entwicklung der neuen Produktelinie
Jamadu, die das Ziel verfolgt, innovative und gesunde
Lebensmittel für die Kinder anzubieten. Coop hat dafür extra
Kinder zu Testzwecken eingeladen, die dann über
Geschmacksrichtungen, Verpackungen und weitere Kriterien zu
entscheiden hatten. Auch die Käufer selbst, die Eltern,
wurden in separaten Gruppen befragt.
Gemäss Herr Theler seien nun tatsächlich jene Produkte in
das Angebot aufgenommen, welche von den Kindern
mitentwickelt worden waren, unabhängig davon welche Meinung
die „erwachsenen“ Verantwortlichen bei Coop dazu hatten.
Leider leistete sich Herr Theler aber einen absoluten Referenten-faux-pas. Spätestens beim Interview mit dem
Moderator war auf der grossen Leinwand zu sehen, dass er mit
Kaugummi im Mund auf die Bühne getreten war. |
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Eva
Kreienkamp, The gap: Verlorene Konsumenten durch «ein
androzentrisches» Marketing! – Neue Strategien aus der Krise
durch innovative Strategien des Gender Marketings.
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Eva Kreienkamp
Geschäftsführende Gesellschafterin, FrischCo.
Diversity Management & Gender Marketing, Berlin
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Eva
Kreienkamp, The gap: Verlorene Konsumenten durch «ein
androzentrisches» Marketing! – Neue Strategien aus der Krise
durch innovative Strategien des Gender Marketings.
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Dr. Barbara Drinck
Diplom-Psychologin, Privatdozentin |
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Wenn Sie jetzt den Titel bereit etwas verwirrend fanden,
keine Sorge. Es wäre Ihnen als Zuhörer nicht viel anders
ergangen.
Schade eigentlich, denn die Herausforderungen des Gender
Marketing beschäftigen immer mehr die Marketingabteilungen,
insbesondere jene der Konsumgüterhersteller.
Beim Gender Marketing geht es um die
geschlechterspezifischen Anforderungen an Produkte oder auch
Dienstleistungen. Zum Beispiel Kinderwagen für Väter, Autos
für Frauen oder auch Produkte, die beiden Geschlechtern
gleichermassen zusagen sollen.
Die Referentinnen empfehlen die Berücksichtigung des Gender
Marketing in den Produkt, Preis-, Vertriebs- und
Kommunikations-Entwicklungen vor allem aus zwei Gründen.
Zum einen unterscheiden sich die Interessen und Bedürfnisse
von Mann und Frau sehr stark. So geht denn auch oft viel
Potential verloren, wenn zu stark nur auf eine Gruppe
eingegangen wird.
Zum anderen haben sich aber in einigen Bereichen die
Interessen der Männer und der Frauen in den vergangenen
Jahren stark verändert. Und so geht auch hier Potential
verloren, wenn nicht mit den richtigen Methoden aktuelle
Interessen entdeckt werden, sondern weiterhin nach gängigen
Klischees gehandelt wird.
Darum empfehlen die Referentinnen auch die Anwendung neuer
Marktforschungsmethoden, die an diese
geschlechterspezifischen Entwicklungen angepasst sind. Denn
die bisherigen Methoden würden genau diese Punkte zu wenig
bis gar nicht berücksichtigen. |
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Best
Practice: «Ist tanken eine reine Männerangelegenheit?»
Praktische Erfahrungen aus dem Alltag.
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Flavio Caggiula
Marketing Manager, bp (Switzerland) |
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Leider konnte auch das zweite Praxisreferat am Vormittag
nicht ganz überzeugen. Obwohl der Titel und die
Kurzbeschreibung Verheissungsvolles versprachen.
Im leider mehr abgelesenen als vorgetragenen Referat machte
Flavio Caggiula zwar auf einige spannende und interessante
Unterschiede zwischen Männern und Frauen an der Tankstelle
aufmerksam.
Dass im Anschluss aber eigentlich keine Informationen
folgten, ob und wie BP mit diesen unterschiedlichen
Ausgangslagen und dem grösser werdenden Frauenanteil umgeht,
war dann doch ein wenig enttäuschend. |
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Die Aussage
Durisins war klar und deutlich: Wer langfristig am Markt
überleben und zu den Top-Unternehmen in seiner Branche
gehören will, muss jedes Jahr zweistelliges Wachstum
ausweisen, 16% mindestens.
Statistisch lässt sich beweisen, dass Unternehmen die
solche zweistellige Wachstumszahlen nicht erreichen, langfristig
deutlich an Wert verlieren:
> Von den Forbes 100-Listen, die zwischen 1917 und 1987
erstellet wurden, verblieben nur 18 Unternehmen in den
Forbes 100. 61 Unternehmen existieren gar nicht mehr. Und
von den 18 Unternehmen sich in der Liste halten konnten, schafften es auch nur 2 einzige, über dem Marktdurchschnitt zu bleiben.
> 28% der Unternehmen, die keine zweistelligen
Wachstumszahlen erreicht haben, verloren 75% Ihrer
Marktkapitalisierung. 70% der Unternehmen, verloren bis zu
50% an Wert.
Wie aber lässt sich dieses Wachstum bewerkstelligen?
Eine Möglichkeit ist gemäss Prof. Durisin die Erweiterung
der Geschäftsfelder. Allerdings nicht durch klassische
Diversifikation, sondern durch Innovation. Aber auch bei den
Innovationen ist Vorsicht geboten. Denn gemäss Durisin
besteht für Unternehmen die Herausforderung, den Kunden dorthin bringen, wo diese sein
wollen, es aber noch nicht wissen.
Oder anders ausgedrückt: Wenn man die Kunden fragt, ob sie
dieses oder jenes neue Produkt oder zumindest eine
Produkterweitung wünschen, sagen die meisten nämlich Nein, weil der
Mensch Neuem grundsätzlich kritisch gegenüber steht.
Man muss also Innovationen erfinden, der Zeit ein wenig
voraus sein, wissen was der Kunde morgen will. Dies
kann man erreichen in dem man Kunden nicht nur befragt,
sondern beobachtet und sich dabei die
Fragen stellt:
- Was machen die Kunden?
- Was tun die Kunden? |
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Bevor die Swisscom ins TV-Geschäft eingestiegen ist, hatte
man sich dort vertieft Gedanken gemacht, wie, wann, warum
und überhaupt ein Einstieg ins TV-Geschäft Sinn macht.
Am Anfang stand man folgenden Herausforderungen gegenüber:
- Es bestand kein Bedürfnis nach weiteren TV-Angeboten.
- Die Zuschauer sind so verschieden, dass es keine zu allen
Gruppen passende Inhalt gibt.
- Es gibt Frustfaktoren bei TV-Zuschauern, weil Sie gute
Sendungen kaum finden können und das klassische TV
vorschrieb was wann zu schauen ist.
Nun entwickelte sich aber mit dem Internet in den
vergangenen Jahren ein Trend, der den Medienkonsum bereits
stark beeinflusst hat und auch in Zukunft stark prägen wird.
Der Konsument ist heute nämlich in der Lage über folgende
Kriterien selbst zu entscheiden:
- was
- wann
- wo
- wie er schauen will.
Damit der Konsument nun aber trotz grundsätzlich ablehnender
Haltung gegenüber Neuem dieses neue Angebot auch nutzt,
waren der Produkt-Kommunikation klare Vorgaben gesetzt:
- Mehrwert aufzeigen
Lösung anbieten für genannte Frustfaktoren und die
Konsummöglichkeit an den Trend anpassen
- Verstanden werden
Das Angebot muss für jedermann einfach und klar verständlich
sein und keinen technischen Schnick-Schnack anbieten.
Die bisherigen Erfolg in der kurzen Zeit sprechen für sich.
Die Zahl der Abonnenten liegt über der Erwartung und zudem
hat dieses Projekt der Swisscom auch dazu beigetragen
Bewegung in den Schweizer TV-Markt zu bringen.
Dr. Felix Graf zeigte im Vergleich zu seinen
Best-Practice-Kollegen auf einfache und verständliche Art
und Weise, wie die Swisscom sich im Projekt Internet-TV die
Methode Customer Insights zu Nutze gemacht hat. |
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Marketing-Trophy 2007 |
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Die
Gewinner in der Kategorie Grossunternehmen:
Gold: Bell AG -- Marketingkonzept Grillchef
Silber: Parisienne -- Mit Swissness zum Erfolg
Bronze: McDonald's Suisse: Coca-Cola Glas-Promotion
Die Gewinner in der Kategorie Mittelgrosse Unternehmen:
Gold: Mammut Sports Group AG: Mary Woobridge Mount Everest
Expedition
Silber RWD Schlatter AG: Türen auf höchsten Niveau
Bronze: Goldbach Media AG: Zum Kompetenzzentrum
elektronischer Medien
Gewinner in der Kategorie Kleinunternehmen:
Gold: Helvepharm AG: Neues Packungsdesign und neuer
Auftritt CD/CI
Silber: Kertész Kabel AG: Vorsicht Hochleistung
Bronze: DILEAA AG – SMART Gourmets: Heimfahrt-Service
Gewinner in der Kategorie Nonprofit-Organisationen
(NPO):
Gold: Verein Minergie: Mehr Lebensqualität, tiefer
Energieverbrauch
Silber: Schweiz Tourismus: WM-Alternativprogramm für Frauen
Bronze: Buchs Marketing: Wir sind Buchs – Buchs blüht 2007!
Gewinner des Publikumspreis:
Buchs Marketing: Wir sind Buchs – Buchs blüht 2007! |
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Fazit |
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Organisatorisch war der Event erneut auf hohem Niveau
durchgeführt und liess kaum Wünsche offen. Das KKL mit
seinem Ambiente und das tolle Frühlingswetter haben
nebst der Organisation ebenfalls zum angenehmen Klima unter den
Gästen beigetragen.
Ein dickes Lob gehört auch dem Moderator Stefan Klapproth,
der mit seinen witzigen und sehr gut vorbereiteten Einsätzen
das Publikum zu überzeugen, wenn nicht sogar in seinen Bann
zu ziehen vermochte.
Ebenfalls gut gedacht war die Idee, einzelne Themen zuerst in der
wissenschaftlichen Theorie zu behandeln und anschliessend
mit einem kurzen Praxisreferat zu ergänzen. Dass die
Referate dann leider nicht immer ganz zu überzeugen
vermochten, kann man den Veranstaltern zumindest bei den Best-Practice-Referaten nicht vorwerfen. Trotzdem liegt hier
für das nächste Jahr noch Verbesserungspotential drin.
Schade war ebenfalls, dass knapp die Hälfte der Besucher
nach den Referaten die Veranstaltung verliessen und der
Verleihung der Trophy nicht mehr beigewohnt hatten.
Ob dies am Prozedere oder am Imgae der Trophy gelegen hat,
lässt sich nicht beurteilen, dürfte aber ebenfalls eine
Herausforderung für die nächste Durchführung sein.
Zum Schluss bleibt noch eine Frage; Was eigentlich ist mit
dem Dyson-Innovations-Award passiert, der letztes Jahr lanciert wurde? |
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