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27. Schweizerische Marketing- und Verkaufsleitertagung
 
 
 
 Die Leistung und ihr Preis

 «Der Preis ist zum wichtigsten Marketinginstrument geworden», so die verzweifelte Wahrheit, die bald 
 jeden Marketingprofi resignieren lässt. Qualität ist selbstverständlich, Zusatzleistungen verkommen zur 
 Manövriermasse, jedes Angebot wird durch ein günstigeres abgelöst – mit verheerender Wirkung für  
 Margen und Rentabilität.

 Dies ist das Spannungsfeld, in dem sich die Tagung 2006 bewegte. Was sind die Voraussetzungen für 
 Höchstleistungen, wo setzt sich höhere Qualität durch, welches sind die Möglichkeiten, im Preiskampf 
 zu überleben, und wie gelingt es, auch in gesättigten Märkten sicher und gelassen Gewinne zu erzielen? 
 Ist der Gewinn überhaupt das Mass aller Dinge oder ergibt er sich nicht erst, wenn er nicht im 
 Vordergrund steht? Dies waren nur einige der Fragen, mit denen sich die Referenten auseinander 
 setzten. 


  Prof. Dr. Christian Belz, Universität St. Gallen
  

Ordinarius für Marketing an der Universität St. Gallen, geschäftsführender Direktor des Instituts für Marketing und Handel.

Leistungsmarketing: Vorteile für attraktive Kunden

Laut Belz diskutieren Fachleute im Marketing zuviel über Kommunikation und zuwenig über Leistung. Nur wenn es Unternehmen gelingt, ihr Angebot für attraktive Kunden laufend zu erneuern, lässt sich der Erfolg absichern und aufbauen. Leistungsmarketing trägt zum Erfolg der Kunden bei und ist besonders im Business-to-Business Marketing ergiebig.

Dafür muss erstens die Strategie stimmen. Zweitens gilt es, attraktive Kunden auszuwählen, sie zu gruppieren und für sie Vorteile zu schaffen. Wollen Unternehmen für Ihre Kunden Leistungspakete (und nicht nur Produkte) anbieten, so sind drittens kritisch für den Erfolg: die 5 K's:

Konfiguration
Kommerzialisierung
Kompetenz
Kooperation
Kommunikation

Wer sich nur halbherzig auf die neuen Anforderungen einlässt, der scheitert mit grosser Wahrscheinlichkeit. Richtig gewichtet erschliesst das Lösungsgeschäft aber Unternehmens- sowie Kundenvorteile und schlägt den Wettbewerb.


Referat Christian Belz

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  Professor Dr. Hermann Simon
  

Vorsitzender der Geschäftsleitung der Simon - Kucher & Partners Strategy & Marketing Consultants, Bonn.

Hermann Simon gehört zu den einflussreichsten Managementdenkern im deutschsprachigen Raum. Er unterrichtete an den berühmtesten Hochschulen der Welt, so an der Harvard Business School, am INSEAD, an der Keio-Universität, Tokio und am Massachusetts Institut of Technology. Viele seiner über 30 Bücher sind zu Bestsellern geworden.

Mehr Ertrag durch effektivere Preisprozesse
Die Gewinnsituation vieler Unternehmen ist schlechthin inakzeptabel. Die Preisfindung spielt eine Schlüsselrolle für die Ertragskraft von Unternehmen. Auf was es dabei ankommt, zeigte Professor Dr. Hermann Simon

Pricing spielt laut Simon eine Schlüsselrolle. Denn Preisänderungen beeinflussen den Gewinn doppelt so stark wie Mengenänderungen. Um den richtigen Preis zu treffen, muss man die Wirkung des Preises auf den Absatz genau kennen. Pricing ist ein Spiel, bei dem es auf hohe Information und Intelligenz ankommt.

Es gibt grundsätzlich die Chance, mit niedrigen Kosten und Preisen erfolgreich zu sein. Aber nur wenige Unternehmen sind dieser Herausforderung gewachsen. Wer mit niedrigen Preisen Geld verdienen will, muss seine gesamte Strategie auf Sparsamkeit trimmen und seine Kunden sehr gut kennen.


Referat Hermann Simon

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  Dr. Markus Müllner
    
 
 
Geschäftsführer der Marketing Auditorium AG, St. Gallen.

Markus Müllner ist Geschäftsführer der Marketing Auditorium AG, St. Gallen und Dozent an der Universität St. Gallen. Er ist ein Passionierter des Verkaufs, erforscht die Kunst des Verkaufens in Theorie und Praxis. 

Zusammenarbeit mit Kunden: Gegenleistungen sicherstellen. Leistungen mit Mehrwert fordern Gegenleistungen beim Kunden.

Kunden wollen Mehrwert. Dies ist hinlänglich bekannt und gilt über alle Branchengrenzen hinweg. Was bedeutet Mehrwert im Business-to-Business-Geschäft aber konkret? Wie bestimmt man den Kundenmehrwert? und was hat der Anbieter davon, dass er seinem Kunden einen Mehrwert generiert?

Laut Müllner bietet ein Fünf-Stufen-System einen systematischen Zugang zu dieser Thematik.

1. Bedürfnisse systematisch erkennen

Welche Bedürfnisse haben Ihre Kunden? Ob man sich nun mittels ausgeklügelter Marktforschungsmethoden oder über die simple Auswertung von Kundengesprächen Einblicke in die Motivwelt des Kunden erhofft, entscheidend ist ein systematisches Vorgehen.

2. Leistungen strukturieren und Mehrwert bestimmen

Kunden ziehen ihren Nutzen aus unterschiedlichsten Leistungen. Entscheidend ist, dem Kunden situativ mit den geeigneten Leistungen einen Nutzen zu stiften, den die Konkurrenz nicht im selben Masse bieten kann. So entsteht ein echter Mehrwert für den Kunden.

3. Produkte und Zusatzleistungen zu Mehrwertpaketen verknüpfen

Mehrwert entsteht für Kunden nun aus der geeigneten Zusammensetzung einzelner Leistungen zu einem Gesamtpaket. Beim Schnüren von Leistungspaketen reichern Dienst- und Zusatzleistungen die Kernleistung an.

4. Nutzen des Leistungspaket kommunizieren

Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg von Mehrwertpaketen stellt die Transparenz des Nutzens dar.

5. Gegenleistung des Kunden sichern

Mehrwert muss sich natürlich auch für den Anbieter lohnen. Die Abstimmung von Nutzenpaketen auf die Bedürfnisse einzelner Kunden stellt eine Investition dar. Dem muss eine attraktive Rendite aus der Zusammenarbeit mit Kunden gegenüberstehen. Folglich gilt: Keine Leistung ohne Gegenleistung.

Fazit:

Nutzen Sie verschiedene Quellen, um die Bedürfnisse Ihrer Kunden zu analysieren.
Denken Sie konsequent in Kundennutzen und Mehrwerten aus Sicht Ihrer Kunden.
Kommunizieren Sie Ihren Kunden, was Ihr Unternehmen ihnen alles bietet.
Leiten Sie aus dem Nutzen, den Sie Ihren Kunden bieten, konsequent die erwünschten Gegenleistungen ab.

Power Point Präsentation Markus Müllner

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 Fazit

 Interessante Tagungstage in einem luxuriösen Umfeld. Dank der Impuls-Workshops konnten die 
 Teilnehmer die Themen und Referenten gemäss eigener Interessen wählen. Da die Teilnehmerunterlagen
 sehr ausführlich waren, konnte jeder Teilnehmer die einzelnen Beiträge in aller Ruhe nachlesen.


  Facts
  Ort: Interlaken, Victoria Grand Hotel
  Datum: 29.-31. März 2006
  Teilnehmer: ca. 200
  Referenten: Otto Belz, Prof. Dr. Christian Belz, Dr. Markus Müllner, Dr. Christian Mikunda, Dr. Dr Cay von Fournier
  Webseite: http://www.smvt.ch
  Ausblick:  21.-23. März 2007