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Schweiz. Marketing-Forum
  Update / Outlook 2006

 
                          
                         

 Unter dem Motto Aktualisierung und Ausblick fürs 2006 lud das Schweiz. Marketing-Forum am 24. März
 zum Seminar nach Pfäffikon SZ. Der Tag stand ganz im Zeichen der grossen Warenhäuser. Vertreter 
 von Coop, Globus, Manor und Migros stellten sich der Panel-Diskussion. Dabei wurden die Billiglinien 
 und die Premium-Angebote der Grossverteiler miteinander verglichen.    
 


   

 Marco Fuhrer

  
   

Markenartikel: Trade Marketing und / oder Consumer Marketing?

Fuhrer stellte am Anfang seines Referates die Frage: Ist Trade Marketing in der Schweiz wichtiger als Consumer Marketing?

Anhand des Praxisbeispiels "Coop und Barilla - Italienwochen 2005" zeigte Fuhrer, dass Trade Marketing der effektivste Hebel sei, um die Volumen zu steigern, denn es setzte dort an, wo es passiere, am POS.

Die Frage lautet also nicht: Trade oder Consumer Marketing sondern welche Gewichtung ist richtig?

Entscheidend für die Beantwortung dieser Frage sei Ihre persönliche Beurteilung des dringendsten Handlungsbedarfs:

Steigerung des Bekanntheitsgrades
Erhöhung der Wiederkaufsrate
Erhöhung der Markentreue  
etc.

Man soll sich hierbei nicht nur auf sein Bauchgefühl verlassen, sondern auch die Konsumenten zu Wort kommen lassen. 

Wo liegt der Schlüssel zum Erfolg?
Erst wenn sich Hersteller und Handel gemeinsam an einen Tisch setzen und die gewonnen Erkenntnisse miteinander diskutieren, sind die Voraussetzungen geschaffen für die Entwicklung einer erfolgreichen Innovation.

Das Zauberwort in diesem Zusammenhang heisst ECR (Efficient Consumer Response)

Der Konsument kommt leider viel zu kurz. Geben Sie dem Konsumenten eine Chance -  der Erfolg wird Ihnen recht geben.

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  Thomas Hochreutener, IHA - GfK 
 
Die zunehmende Marktmacht der Älteren

Hochreutener eröffnete sein Referat mit der Feststellung, dass wir in gesättigten Märkten leben. Die Menschen geben das Geld für andere Dinge aus und setzen andere Prioritäten.  Reisen, Freizeit ist wichtiger als der Detailhandel, denn rund 31% fliessen in den Detailhandel. 

Der Detailhandel wird sich in den nächsten Jahren nicht gross verändern, weder ins Plus noch ins Minus, es herrscht ein Null-Summen-Spiel. 

Faktoren die den Detailhandel positiv beeinflussen:
+ der Trend zu Convenience Produkten
   Fertigprodukte
   mehr Frischeprodukte

+ Upgrading von Produkten/Produktgruppen

+ Trend zu umweltgerechten Produkten
   Bio / Naturaplan
   aus der Region
   
+ Wellnessprodukte

+ Qualitätsbewusstsein der schweizer Haushalte
   Preis-Leistungsverhältnis muss stimmen
   Bereitschaft, höherwertige Produkte zu kaufen

Negative Aspekte:
- Preise werden sinken

- Europreise 

- Aldi / Lidl werden den Preiskampf verstärken

- Billiglinien werden ausgebaut

Der schweizer Detailhandel ist gesättigt, wo bleiben also die Chancen?

Hier kommt die Silver Generation ins Spiel. Betrug der Anteil der Seniorenhaushalte am Total 1995 noch knapp 47%, so sind es im Jahr 2000 bereits 49%. Bis 2010 werden es 54% sein. 

Der Alterungsprozess verändert den Konsumenten:
- biologisch (Mobilität, die Sinne werden schlechter, etc.)
- soziale Faktoren (Kinder leben nicht mehr im eigenen Haus, Enkelkinder, etc.)
- wirtschaftlich (Pensionierung)
- psychologisch (Aufnahmefähigkeit, Gedächtnis lässt nach, etc.)

Fazit: Die Silvers sind bereit bedeutend höhere Preise zu bezahlen. Bieten Sie Lösungen für die Probleme Ihrer älteren Kundschaft und respektieren Sie die Vorlieben und und Eigenheiten. Es wird sich auszahlen...

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  Christian Wanner, Geschäftsführer LeShop
 

LeShop vor dem Durchbruch

LeShop.ch / Migros-Shop.ch ist im Geschäftsjahr 2005 um weitere 45 Prozent auf 47,1 Millionen Franken Umsatz gewachsen und hat damit die Erwartungen deutlich übertroffen. Mit den neuen Fachboutiquen umfasst das Sortiment 7500 Artikel. Im neuen Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen erstmals einen Quartalsabschluss mit schwarzen Zahlen.

Mit den kürzlich eingegliederten Boutiquen wie Switcher, Urech und Boots hat LeShop.ch einen wichtigen Schritt vom Supermarkt in Richtung Einkaufszentrum getan. Heute finden die Kunden bei LeShop.ch / Migros-Shop.ch neben Migros-Produkten, Markenartikeln und Frischwaren auch Kleider, Parfümerie, Schmuck oder Do It + Garden Artikel. 

Allein im Jahr 2005 wuchs der Kundenstamm um 25'000 neue Haushalte. Trotz sinkender Detailhandelspreise nahm der durchschnittliche Warenkorb um zehn auf 214 Franken zu.

Laut Geschäftsleiter Christian Wanner ist das Wachstumspotenzial des Lebensmittelhandels via Internet noch lange nicht ausgeschöpft. Unser anhaltendes Wachstum zeigt die Richtung an. In der Schweiz dürfte der gesamte Markt für Online-Supermärkte bis in fünf Jahren rund 300 bis 400 Millionen Franken erreichen. 

Die einstige Pionierfirma beschäftigt heute rund 100 Personen und gilt in Europa als Vorzeigebeispiel unter den Online-Supermärkten.

Auf die Frage der Vorteile von Online-Shopping legte Wanner folgende Zahlen auf:

In unserem Leben:
 
schleppen wir 3 Tonnen Lebensmittel 
stehen wir 1 Woche Schlange 
schlendern wir 45 Km durch die Regale 
verbrauchen wir 260 Liter Benzin
suchen wir 120 mal einen Parkplatz 
nehmen wir 10'000 Produkte in die Hände 

top


  Yves Mäder, eBay
 
 
 
 

eBay: Chance und/oder Risiko für Schweizer Hersteller und Händler

Verkäufe an einem ganz normalen Tag bei eBay:

... in Deutschland alle 30 Sekunden eine Uhr
... in den USA jede Minute ein Auto
... in Österreich alle 5 Minuten eine Antiquität
... in der Schweiz alle 2 Minuten ein Sammelartikel

eBay ist der weltweite Online-Marktplatz. 1995 in Kalifornien als Marktplatz für den Austausch von Sammlerartikeln gegründet, hat sich das E-Commerce-Unternehmen sehr rasch zum besucherstärksten Marktplatz für den Verkauf von Gütern und Dienstleistungen durch Privatpersonen und Unternehmen entwickelt.

Inzwischen sind es bereits über 181 Mio. registrierte Mitglieder auf allen Kontinenten, die bei eBay handeln. 52 Mio. Artikel in 32 Rubriken. Der teuerste Artikel der über eBay verkauft wurde, war ein Firmenjet für 4.9 Mio. Dollar.

Wo funktioniert eBay?

- eBay ist optimal für den Verkauf von Restposten und begehrten Neuheiten

- Gerade am Beginn und Ende des Produktlebenszyklus ermöglicht eBay eine weitere 
  Vertriebsmöglichkeit

- Die Chance bietet sich vor allem im Restposten / Retouren Bereich für Hersteller und Händler

Welches sind die Vorteile?

+ Keine Fixkosten
   Keine Lizenzgebühren
   Keine Investition für online Shop

+ eBay sorgt für (internationale) Nachfrage in Ihrem online Kanal
   Weltweit über 181 Mio. Mitglieder
   In der Schweiz, monatlich über 700'000 unterschiedliche Besucher der Internetseite

+ Tiefe Gebühren
   Verkaufsprovision zwischen 2% und 4%
   Einstellgebühr zwischen CHF 0.05 und CHF 0.40

Fazit: 
+ eBay - Chance vorhanden für alle Marktteilnehmer entlang der Wertschöpfungskette
+ Keine Revolution - eher Evolution

top

  Fazit

 Interessantes Zusammentreffen der Vertreter der Warenhäuser. Durch den direkten Vergleich auch sehr  
 aufschlussreich für den Konsumenten. Unternehmen profitierten vom Ausblick des Detailhandels in den
 folgenden Jahren oder von den Trends der Zukunft. Spannende Mischung der Referenten, vom 
 weltgrössten Internet-Marktplatz eBay bis zum hochstehenden Warenhaus Globus.


  Facts
  Ort: Seedamm Plaza, Pfäffikon SZ
  Datum: 24. März 2006
  Zeit / Dauer: 08.00 - 14.30 Uhr
  Teilnehmer: ca. 120
  Referenten: Dr. Axel Fikenscher, Marco Fuhrer, Thomas Hochreutener, Dr. Marcel Dietrich, Christian Wanner, Yves Mäder, Martin Hotz, Thomas Capune
  Webseite: http://www.marketing-forum.ch/
  Ausblick: 6. Juli 2006, Seminar POS-POWER 2006 - Schwerpunkt Neuromarketing