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Die Planung
ihrer Kundenzeitschrift |
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Jede
Kommunikationsaufgabe hat Veränderung zum Ziel,
verändert Handlungsmuster und Glaubenssätze.
Kommunikation im Dialog ist besonders
erfolgversprechend.
Die Vertriebskonferenz einer selbständigen
Unternehmenseinheit eines Konzerns (sie ist auf dem
Gebiet der Verfahrenstechnik tätig, an Umsatz und
Mitarbeitern bereits abgemagert und an den
Visionen-Tropf der Global-Player-Idee des Konzerns
angeschlossen) hat entschieden:
Endlich soll dem Wunsch der Vertriebsmitarbeiter
draußen "an der Front" nachgekommen und eine
Kundenzeitung gemacht werden. Eine Kundenzeitung sei
ein notwendiges strategisches Marketinginstrument
zur Stärkung der Position in der Branche. Die Kunden
seien nur partiell über das Produktspektrum
informiert und die Kommunikation sei vernachlässigt
worden. Eine deutliche Imagepositionierung gegenüber
dem Kunden wäre daher dringend erforderlich.
Der Planungsauftrag geht an eine externe Beraterin,
nachdem ein mit Hilfe der Werbeabteilung "selbstgestrickter"
Versuch bereits intern bei den KollegInnen auf wenig
Gegenliebe stiess, da die Nähe zu den vorhandenen
Werbeprospekten nicht zu übersehen war. |
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Prozessphase
I: Planung und Konzeption |
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Die
Projektorganisation wird prozessorientiert angelegt.
Der Makro-Prozess besteht aus drei Phasen: Planung,
Durchführung und Kontrolle, die ihrerseits
Mikro-Prozesse umfassen. Die an den Prozessen
beteiligten Personen teilen sich wie folgt auf:
-
Projektleiterin und verantwortliche Redakteurin
(intern)
-
Externe Beraterin (Kommunikations- und
journalistische Beratung,
Produktionsüberwachung)
-
Autoren
-
Externe Grafik und Druck
-
Redaktionsrat
-
Herausgeber (Geschäftsleitung)
Datensammlung
Grundlage aller Planungsschritte ist eine
umfangreiche Datensammlung. Von zentraler Bedeutung
sind hierbei Fragen wie:
-
Welche Kundenzeitungen/-zeitschriften sind auf
dem Markt – und vor allen Dingen – welche davon
werden von Kunden, bzw. potentiellen Kunden des
Unternehmens gelesen?
-
Was macht den Erfolg der einen und den
Misserfolg der anderen aus?
-
Wie schätzen die Adressaten den Nutzen von
Kundenzeitungen ein, was würden sie gerne
behandelt wissen, wo liegen die
Interessenschwerpunkte. Welche
wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es zum
Thema Kundenzeitschrift?
-
Welche einschlägigen Studien liegen vor?
-
Gibt es geeignete Modelle zur Erfolgskontrolle?
Welche Erfahrungen im Zusammenhang mit einer
bereits erfolgreich herausgegebenen,
dialogorientierten Mitarbeiterzeitung können
nutzbringend eingesetzt werden?
Das
aufbereitete Daten- und Fakten-Feedback wird ergänzt
durch die Anamnese für das eigene Unternehmen.
Dessen Stärken und Schwächen werden ermittelt und
Imageeinschätzungen versucht. Auf der Grundlage der
„logischen Ebenen“ (nach Robert B. Dilts, Die
Veränderung von Glaubenssystemen, Paderborn 1993)
kann ein klares Selbstbild erstellt werden.
Fremdeinschätzungen im Sinne einer Imageanalyse gibt
es – wie in den meisten Fällen – nicht und zum
Zeitpunkt der Planung der Kundenzeitschrift stehen
dafür auch keine Mittel bereit.
Nutzen
Eine im Vorfeld durchgeführte Nutzenanalyse liefert
Hinweise auf eine Reihe von möglichen
Nutzenpotentialen, als da wären:
-
Herstellen und/oder Intensivieren des Kontakts
zum Kunden
-
Vertrauenszuwachs
-
Umsatzsteigerung
-
Kundenbindung
-
Kundenwünsche erkunden
-
Unternehmen für den Kunden transparent machen
-
Ersatz für teure Anzeigen
-
Unternehmens-Identität vermitteln
-
Mensch-zu-Mensch-Beziehungen schaffen
Strategie
Als
Ziele stehen im Vordergrund:
Das
Unternehmen zeigt seine Kommunikations- und
Veränderungskompetenz und empfiehlt sich damit als
Partner für erfolgsorientierte Problemlösungen beim
Kunden.
Zielgruppen/Teilöffentlichkeiten
Kundenzeitungen/-schriften richten sich in der Regel
an heterogene Zielgruppen bzw. Teilöffentlichkeiten.
In vorliegenden Fall sind es:
-
Entscheider und Anwender
-
Akademiker und Facharbeiter
-
Junge und „Altgediente“
-
ngenieure und Kaufleute
-
Männer und Frauen
-
Unternehmer und Manager
-
Kunden in unterschiedlichen Kulturkreisen mit
unterschiedlichen Sprachen und Gewohnheiten
-
Zufriedene und unzufriedene Kunden
Kaum
ein Unternehmen wird es sich leisten können, für
jeweils eine Teilöffentlichkeit die entsprechende
Zeitung zu erstellen. Schwerpunkte müssen gesetzt
und dabei in Kauf genommen werden, dass sich der
eine oder die andere nicht unmittelbar angesprochen
fühlt. |
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Prozessphase
II: Umsetzung |
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Die
Umsetzung der avisierten Kommunikations- und
Veränderungskompetenz in eine grafische Darstellung
bzw. in ein erfolgsversprechendes Layout kann ganz
schnell zum Crash mit dem Corporate Design des
Unternehmens führen. Wenn ein über Jahre hin
eingefahrenes Erscheinungsbild, das strenge Maßstäbe
in Farbe, Anordnung und Schrift an die Präsentation
der "Marke" stellt, keine ausreichende Flexibilität
gestattet, dann ist die strategische Zielsetzung in
allerhöchster Gefahr. Veränderung und Wandel müssen
sich auch sinnenhaft erleben lassen, d.h. visuell,
auditiv und kinästhetisch. Insbesondere wenn der
Vergleich mit Kundenzeitungen der Wettbewerber eine
andersartige, unkonventionelle Herangehensweise
verlangt, ja geradezu herausfordert.
Themenauswahl
Eine
dialogorientierte Kundenzeitung stellt besondere
Anforderungen an die Themenauswahl. Um Kundennähe zu
realisieren, gilt es denn auch in erster Linie zu
kommunizieren, was den Kunden interessieren könnte.
So z.B. Anwender-Reports (Kunden-Erfahrungsberichte),
Innovationen, Experten-Berichte, Vergleiche
verschiedener Verfahren, Kosten-Nutzen-Analysen,
Erfahrungsaustausch, Grundsatzartikel, Ökologie und
Ökonomie, Glossar und Glossen, Entwicklungen,
Projekte, Mitarbeiter als Kunde, Veranstaltungen,
Messen.
Die journalistische, selbstkritische und sachliche
Aufbereitung der Themen ist dabei oberstes Gebot und
Voraussetzung für den Erfolg der Zeitung. Reine
Verlautbarungen vertragen sich nicht mit dem Dialog,
Selbstbeweihräucherung nicht mit der Achtung vor dem
Kunden. Und der langweiligen, mit unerläuterten
Fachbegriffen gespickten Schreibe fehlt der
Leseanreiz. |
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Prozessphase
III: Controlling |
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Für das
finanzielle Controlling ist die Einhaltung des Budgets
gefordert. Dessen Höhe wird von der Art des Layouts, dem
Aufwand an Autoren-Input, den Personalkosten, dem
Verteilungsmodus und der Höhe der Auflage bestimmt.
Wobei umgekehrt durch ein vorgegebenes Budget
seinerseits Form und Inhalt bestimmt werden.
Inhaltliche Erfolgskontrolle
Das
Controlling der strategischen Zielsetzung ist komplex.
Nur in den seltensten Fällen sind quantitative Vorgaben
vorhanden, wie z.B. die Erhöhung bestimmter
Imagefaktoren um einen bestimmten Prozentsatz, da die
notwendigen Ausgangsdaten fehlen. Auch wird es schwierig
sein, eine fehlende Umsatzsteigerung allein der
vielleicht unzureichenden Machart des Kundenblattes
anzulasten. Am Umsatz- und Ertragsplus wird eine
brillant gestaltete Kundenzeitschrift sicherlich ihren
Anteil haben, aber sie wird nicht die Ursache sein.
Die Auswertung von Leserreaktionen, zum Beispiel
Telefonate, E-Mails, Faxe oder Briefe an die Redaktion,
sind die unmittelbarste Form der Erfolgskontrolle.
Verbindlichere Daten können professionell und in
regelmässigen Abständen durchgeführte Leserbefragungen
liefern. Zweckmässig erscheint in diesem Zusammenhang
die Befragung von Mitarbeitern in Verkauf, Montage oder
Kundendienst, die bei entsprechender Schulung besonders
gut die Befindlichkeiten der Kundschaft erspüren können.
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Quellenangaben |
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