Auch wenn es teuer ist: Einige Schweizer Agenturen wollen sich die Werbe-Weltmeisterschaften nicht entgehen lassen. Sie reisen an die Côte d’Azur. Was erhoffen sich Jung von Matt/Limmat, Y&R, Serviceplan, Wirz, Rod oder TBWA\Zürich?

An das Cannes Lions International Festival of Creativity werden in diesem Jahr weniger Delegierte reisen als auch schon. Auch aus der Schweiz gab es einige Verzichtserklärungen. Trotz den kritischen Stimmen gibt es auch solche, die voll auf die Karte Cannes Lions setzen. persoenlich.com wollte wissen, weshalb sich die Reise an die Werbe-Weltmeisterschaften dennoch lohnt. Eine stichprobenartige Umfrage.

Jung von Matt/Limmat

Die Agentur Jung von Matt/Limmat schickt eine neunköpfige Delegation nach Südfrankreich. Darunter seien «unsere beiden Gewinner der Young Lions Competition, drei weitere junge Supertalente reisen ebenfalls zu Weiterbildungszwecken an, genau wie drei Vertreter von JvM/play», sagt Kreativchef Dennis Lück, der als Cannes-Juror der Kategorie «Brand Experience & Activation» auch die «Ehre und Freude» habe, an der Croisette sein zu dürfen.

Gründe, an das Kreativfestival zu reisen, gebe es genügend: «Sich von den Talks inspirieren zu lassen, in den Seminaren von den Besten zu lernen, mit einem vollgeladenen Kreativ-Akku wieder zurückzukehren und das erworbene Know-how sofort anzuwenden. Das ist das primäre Ziel», so Lück. Das sekundäre Ziel lautet: «Die französische Rosé-Industrie mit geballter Kraft zu unterstützen.»

Bis jetzt hätte sich die Reise nach Cannes immer gelohnt, so der «Werber des Jahres 2017». «Cannes hat da definitiv seine Magie nicht verloren. Cannes ist längst nicht mehr nur ein Award, es ist ein Festival der Kreativität», sagt Lück. Cannes zeige, wo die Industrie stehe, aber auch, wo sie sich hin entwickeln müsse. «Deshalb stufen wir Cannes bei uns in der Agentur auch als Fortbildungsmassnahme ein.»

Y&R Group Switzerland

Als «Einzelkämpfer» tritt Swen Morath, Kreativchef bei Y&R Group Switzerland, die Reise nach Südfrankreich an. Auch er nennt «Inspiration» als primäres Ziel. «Nirgendwo anders sieht man so viel Weltklasse-Ideen auf einem Fleck», so Morath.

Serviceplan

Die Delegation von Serviceplan umfasst vier Personen, eine davon ohne Akkreditierung. Das Ziel sei «eine perfekte Mischung von Free-Your-Mind, Inspiration und World-Class-Advertising. Ein Moment und Zustand, in dem man sehr aufnahmefähig ist und entsprechend motiviert zurück in den Büroalltag kommt», heisst es auf Anfrage bei der Agentur. Die Mitarbeitenden würden motiviert und inspiriert aus Cannes zurückkommen. «Zudem lernen sie viele verschiedene Menschen aus verschiedenen Kulturen und Arbeitswelten kennen.»

Wirz

Mit einer fünfköpfigen Delegation reist Wirz an die Côte d’Azur. «Inspiration» sei das primäre Ziel der Cannes-Reise, sagt Co-CEO und Kreativchef Livio Dainese zu persoenlich.com.

«Wer nach Cannes reist, weiss nach drei Tagen nicht mehr, wo oben und unten ist.» Das habe weniger mit den Partys, als vielmehr mit der Unmenge an Eindrücken zu tun, die via Arbeiten und Speeches auf einen einprasseln. «Eigentlich braucht man nach Cannes Ferien», so der amtierende «Werber des Jahres». Lohnen würde sich die Reise auf jeden Fall. «Wir würden es sonst nicht tun.»

Rod Kommunikation

Die Rod-Delegation besteht aus Kreativchef Martin Arnold, der die ganze Woche am Festival verbringt, und den Geschäftsleitungsmitgliedern Marco Meroni und David Schärer. Sie reisen am Mittwochnachmittag an. Zudem reist eine Beraterin auf eigene Faust nach Cannes.

«Inspiration natürlich», erhofft sich Schärer. «Nirgendwo wie in Cannes ist die unglaublich hohe Qualität der Arbeiten so zu erleben wie an der Croisette. Zudem schätze ich immer die Referate und Workshops», sagt Schärer. In Cannes sei immer sehr deutlich, wo die Trends der Industrie hinzeigen würden. Und man lerne kaum so viel wie in der Debatte um Qualität mit internationalen Kollegen und Kolleginnen. «Bis jetzt habe ich immer viel Inspiration und einen Haufen Motivation und Tatendrang mit nach Hause genommen», sagt Schärer weiter.

TBWA\Zürich

Von der Agentur TBWA\Zürich reisen zwei Personen nach Cannes: Manuel Wenzel, Creative Director, und Angelo Sciullo, Senior Art Director.

Inspiration und Austausch mit Kollegen aus der Schweiz und auch dem Netzwerk seien die Hauptgründe für den Besuch der Werbe-Weltmeisterschaften. «Wenn dann noch ein Löwe seinen Weg ins Gepäck findet, noch besser. Und natürlich genügend Rosé», so CEO Matthias Kiess. Auf die Frage, ob sich die Reise lohne, sagt er: «Die Frage ist, was heisst sich lohnen? In Sachen Insipiration jedenfalls. Schliesslich findet sich dort nach wie vor der State-of-the-Art in der Kommunikation.»

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