Das Joint Venture zwischen AZ Medien und der NZZ-Mediengruppe nahm am Montag den operativen Betrieb auf. Die Auswirkungen auf die 2000 Mitarbeitenden sind noch unklar. «Wir werden uns Doppelspurigkeiten nicht leisten können», kündigt CEO Axel Wüstmann an.

Das neue Medien-Joint-Venture CH Media nahm am Montag wie angekündigt den operativen Betrieb auf. Die Produkte wie «Aargauer Zeitung», «Luzerner Zeitung» und «St. Galler Tagblatt» erführen zum Start keine Änderungen, betonte Monica Stephani, Mediensprecherin der AZ Medien, auf Anfrage von Keystone-SDA. In den drei Zeitungstiteln erscheinen bereits regelmässig auch identische Berichte zu überregionalen Themen.

In den folgenden Wochen würden die Mitarbeitenden über Organisation und Prozesse informiert, führte Stephani weiter aus. Daher bleibt zunächst offen, wie viele Stellen etwa bei der Zusammenlegung der überregionalen Ressorts der Tageszeitungen letztlich wegfallen.

Dass es zu einem Abbau kommen wird, ist anzunehmen: In einer Videobotschaft richtete sich CEO Axel Wüstmann an die Mitarbeitenden – mit der klaren Ansage: «Wir werden uns Doppelspurigkeiten in der neuen Organisation nicht leisten können und es wird harte Entscheidungen geben müssen.» Bis Mitte November sollen die Mitarbeitenden über «Ziele und die notwendigen Schritte» informiert werden, so Wüstmann. Bis Mitte 2019 sollen die Integrationsprozesse abgeschlossen sein.

Die Videobotschaft war über Youtube abrufbar, wurde aber mittlerweile gelöscht.

Zu gleichen Teilen beteiligt

An der neuen Aktiengesellschaft CH Media sind die AZ Medien und die NZZ-Regionalmedien zu gleichen Teilen beteiligt. Mit 480 Millionen Franken Umsatz und mehr als 2000 Mitarbeitenden erreicht das neue Medienunternehmen rund zwei Millionen Menschen.

Zu CH Media gehören neben den Regionalzeitungen auch Onlineportale, Radio- und TV-Stationen sowie Zeitschriften. Ins neue Unternehmen reihen sich alle Einheiten der AZ Medien ein – mit Ausnahme des Onlineportals «Watson».

Die NZZ-Mediengruppe integrierte ihr gesamtes Regionalmediengeschäft in CH Media. Auch die Druckereien der beiden Unternehmen sind Teil davon. Nicht Bestandteil sind die Geschäftsbereiche NZZ Medien und Business Medien der NZZ-Mediengruppe sowie die konzessionierten Radio- und TV-Sender beider Unternehmen.

Vertiefte Prüfung durch die Weko

Die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) hatte den Zusammenschluss im August genehmigt (persoenlich.com berichtete). Nach einer vertieften Prüfung bestehen gemäss Weko zwar Anhaltspunkte, dass die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens von AZ Medien und NZZ in den Lesermärkten eine marktbeherrschende Stellung begründen oder verstärken könnte.

Dies betreffe insbesondere die Tageszeitungen in den Gebieten Solothurn und Aargau. Nach dem Zusammenschluss verblieben jedoch andere starke Konkurrenten, insbesondere die Medienunternehmen Tamedia und Ringier.

Quelle: persoenlich.com

Hinterlassen Sie eine Antwort