Hassbotschaften im Internet treffen oft Frauen. Der grösste Schweizerische Frauendachverband nimmt mit Unterstützung von Kantonen, Gemeinden und der Wirtschaft den Kampf gegen Beleidigungen im Internet auf.

In Kommentarspalten von Facebook und anderen Portalen würden Frauen überdurchschnittlich häufig systematisch abgewertet und beleidigt, stellt Sophie Achermann von Alliance F fest. Mit dem neuen Projekt «Stop Hate Speech» wolle der Frauendachverband generell Hassmeldungen im Internet bekämpfen.

Das Projekt setzt dabei auf einen Algorithmus und freiwillige Helfer. Ab Montag soll dazu in der Deutschschweiz und in der Westschweiz eine freiwillige Community aufgebaut werden, die künstliche Intelligenz mitentwickelt, um Hassbotschaften im Internet ausfindig zu machen, wie Projektleiterin Achermann am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte. In einer späteren Phase soll auch eine Community in der italienischen Schweiz eingerichtet werden. Mitte des Jahres wird dann die Plattform «Stop Hate Speech» schweizweit online gehen.
Achermann bestätigte Angaben der «NZZ am Sonntag», wonach die Helfer dabei ein Computerprogramm mit allerlei realen Beispielen von Beschimpfungen gegen Frauen und Männern füttern werden. Mit diesem Wissen solle der Algorithmus dann auf Twitter, Facebook und den News-Portalen der Medien nach Beschimpfungen suchen. Was er finden werde, melde er zurück und die Mitglieder könnten darauf reagieren.

Laut Angaben von Achermann konnten bereits über 50 Freiwillige rekrutiert werden. Es handle sich vor allem um Frauen jeglichen Alters. Gerne würde man auch Männer an Bord nehmen. Das Ziel sei es 500 bis 600 Freiwillige zu finden.

Projektbudget von rund einer Million

Vorgesehen ist eine Projektdauer von drei Jahren. Für das Projekt steht derzeit ein siebenstelliger Betrag zur Verfügung. Unterstützt wird es von den Lotteriefonds der sechs Kantone Zug, Thurgau, Basel-Land, Schaffhausen, Glarus und Obwalden sowie den Städten Bern, Lausanne, Biel und Thun.

Wirtschaftspartner sind die Raiffeisen Bank und als «wichtigster Partner» die Stiftung «Engagement Migros». Zur Aufteilung der Beträge wollte Achermann keine Angaben machen. Interessant wären nach Ansicht der Projektleiterin auch Partner aus der Wissenschaft. Im Moment werde nicht primär nach neuen Geldmitteln gesucht.

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