Auf Instagram kann man bald nicht mehr nur Fotos hochladen: Die Plattform arbeitet an einer Bezahlfunktion und wird damit zur unliebsamen Konkurrenz für Händler. Andere frohlocken.

Diese Art von Online-Handel läuft auf sozialen Netzwerken unter dem Stichwort „Inspirational Shopping“. Dahinter verbirgt sich der Wunsch von Kunden, inspiriert zu werden, ganze Outfits zu sehen oder Kombinationen von Produkten. Darauf setzen Online-Händler wie Zalando mit ihrer Mode oder Westwing mit seinen Möbeln. Die Suche nach Inspiration im Netz hat unbekannte Jungs und Mädchen in kürzester Zeit zu Stars gemacht, weil sie besondere Kleidungsstile prägen und auf Instagram zu Stilikonen geworden sind. Manche verdienen damit Millionen, nicht wenige überfluten ihre Follower mit Werbung. Was manche sogenannte Influencer – oder „Creator“, wie Instagram sie nennt – schon vor Gericht gebracht hat, um die Frage zu klären, welche Kennzeichnungspflicht für Produkte nötig ist.

Für die Einkaufsfunktion, an der das Tochterunternehmen von Facebook schon seit dem Jahr 2016 arbeitet, testet Instagram gerade in den Vereinigten Staaten, auch selbst (gegen Provision) die Bezahlung abzuwickeln – neben der Weiterleitung in die Online-Shops der Händler. Wie hoch die ist, verrät Arpi nicht, die Idee dahinter ist aber natürlich, die Unternehmen noch enger an die Plattform zu binden. Gleichzeitig würden die Händler aber noch mehr Kontrolle und Wissen über ihre Kunden abgeben. Was heute noch ein Test ist, könnte bald auch in Deutschland ankommen. „Amerika ist ein Markt, den wir besonders gut kennen und wo wir sehr schnelle Rückmeldungen von Kunden bekommen“, sagt Arpi: „Die Idee ist aber, global zu expandieren.“

Grundsätzlich versucht Facebook verstärkt, auch kleine und mittelgroße Unternehmen anzusprechen. Die großen Konzerne sind ohnehin auf der Plattform. Gerade Marken wie Mercedes-Benz, Nike oder Coca-Cola kommunizieren immer mehr über soziale Netzwerke. Vier von fünf Instagrammern folgen mindestens einem Unternehmen; ein Drittel der meistgesehenen Storys, also den kurzen Videos oder Fotos, die nur 24 Stunden gesehen werden können, sind von Marken und Unternehmen. Von den global 25 Millionen Unternehmen auf Instagram nutzen aber erst gut zwei Millionen auch die Anzeigen-Funktion. Das ist bei mehr als 500 Millionen täglichen Nutzern von Stories noch ausbaufähig. Die steigende Bedeutung von den flüchtigen Storys sei für Facebook wie der Wechsel vom Desktop zu mobilen Geräten. „Die Konsumenten verändern ihr Verhalten sehr schnell“, sagt Arpi.

Kostenlos – wie lange noch?

Der Manager weiß um die wachsende Wichtigkeit seines Geschäftsbereichs: „Instagram wird immer bedeutsamer“, sagt er. Mit Daten – womit sonst – versucht Facebook, die Unternehmen zu überzeugen. Jeden Monat würden schließlich 130 Millionen Menschen auf ein Einkaufstaschen-Symbol klicken, um sich Details zu Produkten anzuschauen. Die Botschaft an die Unternehmen lautet: Ihr könnt damit euer Geschäft ausbauen. Das Beratungsunternehmen Ipsos hat im Auftrag von Facebook ermittelt, dass die Hälfte der befragten Unternehmen auch angeben würden, dass mehr Kunden im Online-Shop einkaufen würden.

 

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  1. Wie Instagram zum Online-Shop wird

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