Das neue Joint Venture drückt auf die Jahresrechnung der NZZ-Gruppe. Der Gewinn reduzierte sich um 9,8 auf 18,8 Millionen Franken. Der Gesamtertrag sank um 44,7 auf 383,5 Millionen Franken.

Die Jahresrechnung des Geschäftsjahres 2018 ist vor allem geprägt durch das Joint Venture CH Media zwischen der NZZ-Mediengruppe und den AZ Medien, welches am 1. Oktober 2018 die operative Tätigkeit aufnahm. Per Oktober wurden die NZZ-Regionalmedien-Gesellschaften in das Joint Venture übertragen, die entsprechenden Umsätze und Aufwendungen sind ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Konzernrechnung enthalten. CH Media wird nach der Equity-Methode berücksichtigt, innerhalb des Betriebsergebnisses ist ihr anteiliges Unternehmensergebnis enthalten, wie es in einer Mitteilung heisst. Diese Veränderung wirkt sich massgeblich auf die Jahresrechnung der NZZ-Mediengruppe aus. Insgesamt erzielte die NZZ-Mediengruppe im Geschäftsjahr 2018 einen betrieblichen Gesamtertrag von 383,5 Millionen Franken. Dies entspricht einer Abnahme gegenüber dem Vorjahr um 44,7 Millionen Franken. Der Rückgang begründet sich laut Mitteilung im Wesentlichen mit dem Übergang der NZZ-Regionalmedien in CH Media.

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging in der Berichtsperiode um 4,9 Millionen Franken auf 20,8 Millionen Franken zurück. Die EBIT-Marge reduzierte sich von 6 auf 5,4 Prozent. Der Rückgang ist laut Mitteilung im Wesentlichen auf einmalige Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Integrationsprogramm von CH Media zurückzuführen, die hälftig in die Jahresrechnung der NZZ-Mediengruppe fliessen. Ziel des Programmes sei es, die beiden Unternehmen aus der NZZ-Mediengruppe und der AZ Medien zusammenzuführen und damit Synergien zur Sicherung einer nachhaltigen Zukunft zu realisieren. Unter Ausschluss dieser Sondereffekte läge das Betriebsergebnis auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2017.

«Zeichen aus dem Markt sind ermutigend»

Vor allem aufgrund der einmaligen Aufwendungen von CH Media und eines im Geschäftsjahr 2018 tieferen Finanzergebnisses reduziert sich das Gruppenergebnis 2018 der NZZ-Mediengruppe um 9,8 Millionen Franken auf 18,8 Millionen Franken. Dabei steht das tiefere Finanzergebnis insbesondere im Zusammenhang mit im Dezember 2018 auf dem Wertschriftenportfolio erlittenen Kurseinbussen und im Vorjahr enthaltenen Gewinnen aus dem Verkauf von Beteiligungsanteilen.

«Die NZZ-Mediengruppe setzt konsequent auf erstklassige journalistische Angebote. Unsere Strategie und die klare Fokussierung auf das Kerngeschäft unterscheiden uns deutlich von unseren Mitbewerbern», wird Felix Graf, CEO der NZZ-Mediengruppe, zitiert. «Die Zeichen aus dem Markt sind ermutigend, so konnten wir die Anzahl zahlender Abonnentinnen und Abonnenten im vergangenen Jahr um 4 Prozent steigern.»

Das Eigenkapital inklusive Minderheitsanteilen sinkt um 21,0 Millionen Franken auf 264,3 Millionen Franken. Durch eine verminderte Bilanzsumme im Wesentlichen als Folge des Übergangs der NZZ-Regionalmedien in das Joint Venture (Abgang von Aktiven und Passiven durch Dekonsolidierung der Einzelfirmen) stieg die Eigenkapitalquote von 66,8 auf 75,6 Prozent an und ist damit auf einem hohen Niveau. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung eine Dividende von 200 Franken pro Aktie (Vorjahr: 250 Franken).

Leichte Steigerung bei den NZZ Medien

Der Umsatz des Geschäftsbereichs NZZ Medien konnte im Jahr 2018 um 0,4 Millionen Franken auf 157,3 Millionen Franken leicht gesteigert werden. Im Nutzermarkt entfielen ab Juni durch die Kooperation mit der Schwabe AG die Umsätze des Buchverlags NZZ Libro. Ohne diesen Einfluss konnte vor allem mit mehr Abonnenten ein Umsatzwachstum von 2 Prozent erzielt werden. Weiter führten Dienstleistungsverrechnungen an die CH Media-Gruppe zu einem Umsatzanstieg. Im Werbemarkt dagegen wirkte sich der anhaltende strukturelle Rückgang und zusätzlich der Konkurs der Anzeigenvermittlerin Publicitas aus, wodurch der Umsatz um 3,7 Millionen Franken abnahm. Die Einbussen aus dem Werbemarkt konnten nur teilweise kompensiert werden, das Betriebsergebnis (EBIT) liegt mit 5 Millionen Franken um 1,9 Millionen Franken unter dem Vorjahr.

Der Umsatz des Geschäftsbereichs Business Medien nahm im Jahr 2018 um 2,9 Millionen Franken auf 53,4 Millionen Franken ab. Der Rückgang ist auf nicht weitergeführte Bereiche wie die im 2017 verkaufte Online-Plattform eBalance und die per Oktober 2018 in das Joint Venture CH Media überführten NZZ Fachmedien zurückzuführen. Bereinigt um diese Effekte hätte ein Wachstum von 4 Prozent resultiert, was den Bereichen Konferenzen und Informationsdienste zuzuschreiben ist. Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich um 1,4 Millionen Franken auf 8,9 Millionen Franken.
Durch das Joint Venture CH Media sind die NZZ-Regionalmedien-Gesellschaften im Geschäftsjahr 2018 nur von Januar bis September in der Jahresrechnung enthalten. Ab Oktober ist das anteilige Unternehmensergebnis von CH Media berücksichtigt. Durch diese Veränderung ist der Vorjahres-vergleich beim Umsatz erheblich beeinträchtigt. Das Betriebsergebnis resultiert mit 6,9 Millionen Franken um 4,4 Millionen Franken unter dem Vorjahr, hauptsächlich bedingt durch die einmaligen Aufwendungen bei CH Media.

Wiederwahlen im Verwaltungsrat

An der kommenden Generalversammlung vom 6. April 2019 läuft die ordentliche Amtszeit von Bernd Kundrun, Christoph Schmid und Etienne Jornod ab. Alle drei stellen sich für eine Wiederwahl in den gleichen Positionen zur Verfügung und werden vom Verwaltungsrat für eine weitere vierjährige Amtszeit vorgeschlagen.

Quelle: persoenlich

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