WASHINGTON DC (IT-Times) – Im Handelsstreit zwischen den USA und China haben die Amerikaner bereits das mächtige chinesische Technologieunternehmen Huawei Technologies auf die Black-List gesetzt.

Die Angst vor Industriespionage und -Sabotage sowie vor einem Technologievorsprung der Chinesen ist überaus groß, offenbar insbesondere auch beim umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump.

Daher wurde nun die Schwarze Liste, auf der sich bereits Unternehmen aus China befinden, erweitert. Chinesischen Unternehmen, die auf der Blacklist stehen, ist es ohne Genehmigung aus Washington nicht mehr erlaubt, von US-Unternehmen Hardware-Komponenten oder Software zu beziehen.

Betroffen als 5G-Lieferant ist bereits Huawei Technologies. Für die eigenen Smartphones steht nur noch eine Open Source Version von Android zur Verfügung, wobei beliebte Apps von Google wie Google Maps und Gmail oder YouTube nicht mehr genutzt werden können.

Damit ist zugleich das Smartphone-Business der Chinesen auf dem internationalen Sektor mehr oder weniger lahmgelegt, denn viele Länder nutzen das mobile Betriebssystem Android von Google Inc.

Treffen wird dies die neue Smartphone-Serie Mate 30 von Huawei hart. Bislang konnte man die Apps trotz US-Blacklisting noch manuell herunterladen, doch das ist nun nicht mehr möglich.

Auch der Google Play Store ist dicht. Nun können auch InstagramNetflix und Spotify nicht mehr genutzt werden. Damit ist der Verkauf von Huawei-Smartphones in den USA und Europa nahezu unmöglich geworden.

In China wird insbesondere die Tencent Holdings WeChat als Super-App für mobile Endgeräte genutzt, da Google in China blockiert ist. Huawei arbeitet deshalb an einem eigenen mobilen Betriebssystem sowie auch an Chips.

Auf der aktualisierten Blacklist befinden sich aber auch weitere hochinteressante Startups aus China, darunter Unternehmen, die bereits Milliarden US-Dollar an Risikokapital eingesammelt haben und sehr mächtig sind.

Die USA stellen die Schwarze Liste als Antwort auf die Behandlung von muslimischen Minderheiten im Land der Mitte durch die Regierung in Beijing dar, so lautet zumindest die offizielle Begründung aus Washington.

Zu den acht betroffenen Unternehmen zählen auch die beiden Top KI-Startups SenseTime Group Ltd. (Gesichtserkennung) und Megvii Technology Ltd. sowie das Videoüberwachungsunternehmen Hikvision.

Auch iFlytek Co. (Spracherkennung), Zhejiang Dahua Technology (Überwachungs-Ausrüstung), Xiamen Meiya Pico Information Co. (Datenwiederherstellung), Yitu Technology (Gesichtserkennung) sowie die Yixin Science and Technology Co. (Datenanalyse) sind auf der Liste.

Die jüngsten Maßnahmen aus Washington werden aber nicht nur Unternehmen in China treffen, sondern auch Lieferanten aus den USA, denen ein Teil des Umsatzes wegbrechen wird – ein Schuss ins eigene Knie.

Allerdings erschwert das Weiße Haus auch den Zugang zum US-Kapitalmarkt für chinesische Unternehmen, denen es aufgrund der Konjunkturschwäche in China zunehmend schwerer fällt, neue Investoren zu gewinnen und frisches Kapital zu erhalten.

SenseTime ist mittlerweile nicht mehr nur im Bereich Gesichtserkennung aktiv, sondern bietet mit 3.000 Mitarbeitern auch Financial Security Lösungen, Roboter-Lieferungen und selbstfahrende Autos an.

Lieferant von SenseTime ist unter anderem auch der US-Chiphersteller nVidia Corp. Zu den Investoren von SenseTime zählen auch Fidelity International, Silver Lake Partners, Tiger Global und die SoftBank Group Corp. (ame/rem)

 

Quelle: ittimes

Hinterlassen Sie eine Antwort