Influencer gewinnen an Bedeutung, Fake Follower sind ein Dorn im Auge. Und welche Rolle spielt Facebook inzwischen? Das bewegt sich im Influencer Marketing.

Das Thema Influencer Marketing ist aus den Social Networks nicht mehr wegzudenken. Beinahe überall sieht man Werbeposts für Zahnpasta, Uhren und Schmuck oder auch Möbel fürs Kinderzimmer. Die Influencer picken sich dabei meist die besten Kooperationen für ihre Kanäle heraus – und setzen damit immer häufiger auch echte Trends.

Rund um das Influencer Marketing gibt es daher – wenig überraschend – Jahr für Jahr auch einige Trends, die man im Blick behalten sollte. Dazu gehören zum Beispiel diese hier, die unsere Top 10 bilden:

Trend 1: Micro Influencer gewinnen an Relevanz

Um bei Instagram und Co. Werbeaufträge zu bekommen, muss man heute keine Millionen Follower mehr haben. Im Jahr 2019 gewinnen immer mehr auch Micro Influencer an Bedeutung hinzu und präsentieren oft bestimmte Produkte in ihren Nischen.

Seien es biologisch abbaubare Baby-Windeln, Schnittmuster für die Nähmaschine oder auch ganz normale Haushaltsgeräte. Für beinahe jede Nische ist ein entsprechender Markt vorhanden.

Die Zielgruppe ist da, der Erfolg für Unternehmen ebenso. Kurzum: es lohnt sich, hier am Ball zu bleiben!

Trend 2: Marken setzen vermehrt auf lange Partnerschaften

Für jede Kooperation neue Partner zu suchen ist mühsam. Das erkennen auch mehr und mehr Firmen – und suchen sich daher durchaus auch langfristige Partnerschaften mit Influencern. Ein Beispiel: YouTuber Proownez, der eine langfristige Kooperation mit ALDI Nord und ALDI Süd fixieren konnte.

Für die Firma selber bietet dies den Vorteil, ein bekanntes Gesicht – beinahe mit dem Status eines Promis zu vergleichen – an der Seite zu haben. Und der Influencer? Der kann im besten Fall von kontinuierlichen Einnahmen profitieren.

Trend 3: Videos werden immer wichtiger

Einfache Bilder-Posts, um Shampoo und Co. in Szene zu setzen, reichen oft nicht mehr aus. Durch die Instagram Stories und IGTV (Instagram TV) kommen auch Videos immer mehr in den Werbefokus – und die Influencer können hier direkt noch etwas zum beworbenen Produkt erzählen.

Das steigert den Mehrwert für die bewerbende Firma, aber auch für die Zielgruppe. Denn diese erfährt so beispielsweise genau, was sie vom Produkt erwarten darf.

Screenshot der Instagram Story von dagibee.

Trend 4: Weniger Facebook…

Während sich Instagram als Facebook Unternehmen nach wie vor großer und wachsender Beliebtheit erfreut, stagniert das Interesse an Facebook. Der Datenskandal der Vergangenheit ist hierfür nach wie vor als Grund anzuführen. Dadurch sank auch das Vertrauen in das Netzwerk.

Ebenso verliert aber auch die jüngere Zielgruppe das Interesse an Facebook und wendet sich anderen Diensten zu. Ein Aspekt, von dem man durchaus profitieren kann.

Trend 5: …mehr Instagram

Zumindest dann, wenn man sich den entsprechenden anderen Netzwerken zuwendet und hier seine Werbung platzieren kann.

Die Nutzungszahlen bei Instagram steigen an, das Potential der Plattform ist noch nicht ausgeschöpft. Hier kann man also tatsächlich noch etwas am eigenen Erfolg verbessern.

Trend 6: Instagram TV gewinnt an Bedeutung hinzu

Wie bereits oben erwähnt, ist auch IGTV inzwischen ein wichtiger werdender Faktor für das Influencer Marketing.

Hier können problemlos auch längere Videos verbreitet und vermarktet werden, wodurch Reichweite und Erfolg gesteigert werden können. Für Influencer, aber auch deren Follower wird Instagram TV immer interessanter. Ein Aspekt, den auch Werbetreibende aufgreifen sollten.

Trend 7: Interaktionen sind wichtiger als Followerzahlen

Die Instagram Insights bieten eine einfache Möglichkeit, um sich nicht nur über Follower, sondern auch über deren Interaktionsraten zu informieren. Und für immer mehr Werbetreibende werden die Interaktionen wichtiger, während die reinen Zahlen an Followern an Relevanz verlieren.

Durch die Möglichkeit, Follower zu kaufen, sind die reinen Zahlen ins Hintertreffen geraten. Wichtiger ist daher längst der messbare Anteil an Reaktionen in Form von Kommentaren. Hier sind die „Fake-Möglichkeiten“ zudem deutlich geringer.

Trend 8: Influencer werden vermehrt zu Unternehmern

Während Influencer teilweise Produkt um Produkt vorstellen, werden sie mehr und mehr zu Unternehmern. Das Private rückt dabei in größere Ferne, zumindest während der Kooperationen.

Für viele Influencer ist es dennoch wichtig, auch eine private Basis zu ihren Followern aufzubauen und zu halten – das weckt immerhin auch deren Interesse und schürt das Vertrauen. Wichtig ist es hierbei – vor allem für die Influencer selber – einen passenden Mittelweg zwischen Unternehmertum und Vertrauensbasis zu schaffen.

Trend 9: Offizielle Kooperationen gewinnen die Oberhand

Werbeposts, die nicht als solche gekennzeichnet sind, werden immer weniger. Es gibt inzwischen seitens der Social Networks klare Regelungen, wie Werbeposts gekennzeichnet werden müssen – und immer mehr Influencer halten sich auch daran.

Das geht sogar noch weiter: ungekennzeichnete Kooperationen werden meist schnell aufgedeckt und als Influencer kann man dann durchaus in Misskredit geraten. Somit sollten auch Firmen und Marken darauf setzen, dass Werbeposts professionell gekennzeichnet werden.

Trend 10: Fake Follower werden gemeinschaftlich bekämpft

Durch den Fokus auf Interaktionsraten und weniger auf Followerzahlen, tun auch Marken und Firmen aktiv etwas dafür, Fake Follower zu bekämpfen. Auch Instagram ist diesbezüglich aktiv und sorgt dafür, dass Fake Accounts und Co. immer schneller gesperrt werden. Das zeigt sich auch bei Aktionen, die Fake Profile betreiben – wie jüngst im Falle der Schauspielerin Nathalie Bleicher-Woth. Ein gefälschtes Profil sammelte in ihrem Namen Spenden.

Für Influencer bedeutet das, dass sich der Kauf von Followern immer weniger lohnt und dadurch kein Potential mehr gesteigert wird. Ehrliche Kooperationen mit echten Followern werden dadurch wichtiger. Und das ist auch gut so.

Welche Trends im Influencer Marketing sind euch aufgefallen? In welche Richtung werden sich die Sozialen Netzwerke im kommenden Jahr oder auch in den nächsten Jahren entwickeln?

 

Autor: Heike Eilers

Hinterlassen Sie eine Antwort