Customizing meint die Individualisierung von Produkten, Leistungen und Services, vor allem im Vertrieb. Aber auch Customized Marketing liegt im Trend. Wir haben den Begriff kompakt erklärt.

Beim Customized Marketing wird dem Kunden die Möglichkeit geboten, „über einen direkten Kontakt mit dem Anbieter beziehungsweise über interaktive Medien einen Prozess in Gang zu setzen, der eine seinen individuellen Kundenwünschen entsprechende Leistung hervorbringt. Dadurch sind sowohl im strategischen als auch im operativen Marketing Adaptionen notwendig und möglich“, schreiben die Marketingwissenschaftler Professor Daniel Markgraf, Akad Hochschule Stuttgart und Professor Manfred Kirchgeorg, HHL Leipzig Graduate School of Management, in ihrer Definition im Gabler Wirtschaftslexikon. Als Customizing verstehen sie etwa

  • die Festlegung der Interaktivität bei der Geschäftsfeldwahl,
  • die Einbeziehung interaktiver Medien im Kommunikationsprozess,
  • die veränderte Rolle des Handels oder
  • eine variantenorientierte Preispolitik etc. .

Hierbei beziehen sich kundenindividuelle Marketingmaßnahmen vor allem auf die Kunden- und Markenkommunikation sowie das Content Marketing. Customized bedeutet dabei, kundenindividuelle, zielgruppengerechte Markenerlebnisse zu schaffen, also sie zu personalisieren, um so beispielsweise Kaufanreize zu schaffen und die Markenbindung zu erhöhen. Kunden können sich beispielsweise in einem Anbieter-Webshop ihr individuelles Produkt fertigen lassen. Im E-Commerce ist Customized Marketing für den Kundenfokus entscheidend.

A und O erfolgreicher Produkte

Grundsätzlich meint Customized Marketing auch die effiziente Individualisierung von Vermarktungsobjekten, -prozessen oder Marketingmaßnahmen. „Customizing ist das A und O jedes erfolgreichen Produkts, sei es ein Turnschuh, ein Müsli oder ein Neuwagen“, erklärt es treffend das Fachportal horizont.net. Im Rahmen der Kundenintegration kann sich das Customizing sowohl auf das Marketing als auch den Vertrieb erstrecken. Dabei werden Produkte an kundenindividuelle Anforderungen angepasst. Vor allem im Luxusgüterbereich ist Customized Marketing ein häufig eingesetztes Instrument.

„Die Individualisierung als charakteristisches Merkmal von Privatkundenlösungen bietet einen Ansatzpunkt zur Wettbewerbsprofilierung. Die erfolgreiche Wettbewerbsprofilierung setzt jedoch voraus, dass die Kunden die Individualisierung tatsächlich wertschätzen, was angesichts vorhandener Erfahrungen in anderen Kontexten nicht selbstverständlich ist“, stellt die Springer-Autorin Professor Dr. Gertrud Schmitz in einem Kapitel des Buchs „Kundenintegration und Leistungslehre“ (Seite 206) fest.

Customizing als Umsatztreiber

Mit Blick auf den Absatz sind Customized Produkte Umsatzmotoren, denn sie sorgen für Begehrlichkeit beim Verbraucher. Im B2B-Vertrieb sorgen Customized-Produkte für Mehrumsatz und dienen zur Kundenbindung, oft begleitet von nachgelagertem B2B-Customized Marketing. In der Industrie werden beispielsweise kundenindividuelle Servicepakete angeboten. Sie ermöglichen es Unternehmen, sich in hart umkämpften Wettbewerbsmärkten zu behaupten und zusätzlichen Mehrwert für die Kunden zu schaffen.

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