Das neue Jahr ist angebrochen und damit auch die Zeit, in der Millionen von Menschen auf der ganzen Welt Ihren Jahresvorsätzen nachgehen – mal erfolgreich, mal weniger erfolgreich. Weniger Alkohol, weniger Rauchen, weniger Fastfood – vor allem der Verzicht auf bestimmte Dinge ist dabei besonders beliebt und zweifelsohne eine gute und vor allem gesunde Sache.

Doch nicht nur für die eigene Physis kann der Verzicht langfristig zu einem deutlich höheren Wohlbefinden sorgen. Auch in der Markenwelt gilt: Weniger ist mehr. 5 Jahresvorsätze für Markenverantwortliche, – egal ob Personalbrand oder Unternehmensmarke – die deine Marke in Form bringt.

1. Weniger Produkte/Dienstleistungen

Du bist kein Ramschladen! Wenn du also zum Jahresbeginn deinen Kleiderschrank oder gleich deine ganze Wohnung gründlich ausmistest, schau dir gleich auch dein Portfolio an und stell dir ganz konkret bei jedem Produkt/Dienstleistung, welche(s) du anbietest folgende konkrete Fragen:

  • Löse ich damit ein konkretes Problem MEINER Zielgruppe?
  • Stehe ich zu 100 Prozent dahinter?
  • Verstehe ich mein(e) Produkt/Dienstleistung bis ins kleinste Detail?
  • Gibt es das Produkt oder die Dienstleistung in ähnlicher oder exakt gleicher Form bereits in meinem Portfolio?
  • War das Kundenfeedback im Jahr 2019 positiv?
  • Habe ich Spaß daran, das Produkt/die Dienstleistung weiter zu verbessern, wenn es Potenziale gibt?

Wenn du alle Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, hast du dein Produkt/deine Dienstleistung gefunden und positionierst dich durch deine Produkte klar. Kommst du bei der einen oder anderen Frage allerdings ins Grübeln und gestehst dir ein „Nein“ ein, ist das auch kein Problem. Nutze diese Erkenntnis und handle! Ein Produkt, welches du aus deinem Portfolio streichst, weil es nicht aus DEINEM eigenem Herz und DEINEM eigenen Verstand entspringt, ist nicht verlorener Umsatz, sondern geschaffener Platz für dein Markenprofil und mehr Identifikationsfläche für deine Zielgruppe.

2. Weniger Werte

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich rede nicht davon, dass du deine Markenwerte weniger stark vertreten sollst oder das aufgeben musst, wofür du im Kern wirklich stehst. Im Gegenteil, hierbei geht es darum, eben jene Kernwerte herauszuarbeiten und diese (undzwar nur diese) zu verfolgen.

Trenne dich von allen 0815-Werten, die du deiner Marke gegeben hast, weil „man es eben so macht“. Oder von Allzweck-Werten, die aufgrund ihrer unpräzisen Formulierung völlig willkürlich auf alles und jeden zutreffen könnten – Werte, wie „Qualität“ oder „innovativ“. Werde präzise und spezifisch. Definiere maximal drei Werte, die nur auf deine Marke zutreffen können.

3. Weniger Worte

Die Aufmerksamkeit deiner Zielgruppe verringert sich immer weiter. Schließlich ist das nächste Angebot nur einen Wisch auf dem Smartphone entfernt. Wer in der Flut an Konkurrenz und Alternativen in der digitalen Welt herausstechen will, muss zum Punkt kommen – und das sehr schnell. Was ist dein USP? Was ist dein ESP? Und vor allem: Kannst du das in einem Satz zusammenfassen?

Doch Achtung: Sich kurz zu halten und auf unnötige Füllwörter zu verzichten ist ein Lernprozess. Weniger Worte und kürzere Statements dürfen nicht dazu führen, dass deine Aussagen unklar werden.

4. Weniger Ausgaben

Ja, Werbung kann helfen. Nein, Werbung ist nicht der Königsweg. In meiner langjährigen Tätigkeit in der Werbung habe ich unzählige Male gesehen, wie sogar Weltkonzerne Millionen von Euros mit teuren Werbekampagnen regelrecht verbrannt haben. Gerade in der digitalen Welt sind die sogenannte „Banner-Blindheit“ und „Adblocker“ allgegenwärtig.

Werbung ist für den Markenaufbau somit nicht mehr als eine Ergänzung, wenn man sie smart einsetzt. Am Ende kann jedoch keine Marke dieser Welt sich die Liebe ihrer Zielgruppe kaufen. Es bleiben immer noch die Werte, die Haltung, die spezielle Qualität, die Emotionalität und der Content, der Menschen berührt und begeistert. Und keine Werbung dieser Welt ersetzt den gutgemeinten Rat eines Freundes, der von deiner Marke überzeugt ist.

5. Weniger Content

Qualität vor Quantität! Du musst nicht auf jeder sozialen Plattform rund um die Uhr präsent sein. Fokussier dich besser auf die sozialen Medien, die zu deiner Marke am besten passen. Facebook, Instagram, Youtube, Pinterest, Twitter, Snapchat oder Tiktok haben allesamt ihre besonderen Eigenschaften, die für den einen mehr Sinn ergeben, als für den anderen. Wenn dann noch eine eigene Homepage und ein eigener Podcast dazu kommen soll, wird es kompliziert und zeitaufwändig.

Mache dir deshalb für 2020 einen genauen Plan und liefere qualitativ hochwertigen Content über die Kanäle, die für dich Sinn ergeben – und das regelmäßig.