Als einer der größten Affiliate-Märkte hat Deutschland eine besondere Stellung in diesem Marketing-Sektor. Dies sind die zentralen Besonderheiten, die für Affiliates und Marketer von Belang sind.

Es ist kein Geheimnis, dass Partner Marketing und Affiliate-Partnerschaften in Europa rasch an Bedeutung gewinnen. Immer mehr Unternehmen setzen auf die leistungsabhängige Vergütung und die hervorragenden Umsatzpotentiale, die sich mit Partner Marketing erzielen lassen. Deutschland ist einer der größten und am schnellsten wachsenden Affiliate-Märkte: Schätzungen von eMarketer zufolge war schon für 2019 mit Auszahlungen in Höhe von 230 Millionen Euro zu rechnen.

Natürlich hat der deutsche Markt viele Gemeinsamkeiten mit anderen Ländern, aber einige Aspekte machen Partner und insbesondere Affiliate Marketing in Deutschland besonders. Hier sind fünf Eigenheiten und Trends, die das Partner Marketing in Deutschland auszeichnen.

Affiliate-Marketing-Spezialisten an vielen Standorten und mit viel Know-how

Zwar ist Deutschland ein riesiger Markt für E-Commerce, aber die Zahl der Fachleute für Partner und Affiliate Marketing ist überschaubar, und viele dieser Experten haben breit gefächerte Erfahrungen mit mehreren Marken oder Partnern. Aus diesem Grund geht man Affiliate-Programme in Deutschland strategisch an und legt großen Wert auf Best Practices.

Die führenden Akteure der großen Affiliate-Programme befinden sich an unterschiedlichen Standorten im ganzen Land. In dieser Hinsicht ähnelt Deutschland eher den USA als dem Vereinigten Königreich, wo sich das Affiliate Know-how vor allem in London konzentriert. Ihre Fachleute können also ebenso gut in Hamburg wie in Berlin oder Köln sitzen, die Top-Kräfte sind aber trotzdem eine eingeschworene Gemeinschaft, stehen in Kontakt miteinander und tauschen bereitwillig Tipps darüber aus, was funktioniert und was nicht.

Die Branche setzt auf Best Practices

Unserer Erfahrung nach spielen Best Practices für die Branche eine ganz große Rolle: Bewährte Strategien haben mehr Gewicht als das bloße Bauchgefühl. Partner Marketing in Deutschland kann außerordentlich innovativ sein, aber die Neuentwicklungen basieren oft auf Vorgehensweisen, die sich in einem anderen Kontext bereits als erfolgreich erwiesen haben.

Hierfür sind Provisionsgeschäfte ein hervorragendes Beispiel: Als unser Unternehmen vor einigen Jahren Provisionsprogramme für Waren und Dienstleistungen mit begrenzter Verfügbarkeit ins Portfolio nahm, gehörten deutsche Unternehmen zu den ersten, die diese Chance ergriffen. Bei diesen Programmen steigen die Provisionen auf Produkte und Dienstleistungen mit demnächst ablaufendem Haltbarkeitsdatum oder kurzfristige Angebote wie Hotelbuchungen für die folgende Nacht. Diese Programme sind ein gutes Beispiel für innovative Methoden auf der bewährten Grundlage höherer Provisionen.

Ganz wichtig: Mobile und Mobile Tracking

In Deutschland nutzen 68 Prozent aller E-Commerce-Kunden Mobilgeräte für mindestens einen Teil ihrer Transaktionen, und weit mehr als ein Drittel aller E-Commerce-Käufe wird über Mobilgeräte getätigt. Für Partnermarketer sind eine solide Mobile-Strategie und gute Messmöglichkeiten entscheidend, denn viele der bekanntesten Affiliate-Technologien sind alleine nicht in der Lage, alle von Partnern über mobiles Internet und Apps generierten Umsätze vollständig zu erfassen.

Apps werden für das Affiliate Marketing in Deutschland immer wichtiger. Das liegt zum einen an ihrem Nutzen für Kampagnen zur Installation von weiteren Einzelhandels-Apps, aber auch an den durchgängig höheren Konversionsraten von Apps gegenüber Desktop PCs und dem mobilen Internet.

Anspruchsvolle Kunden

Wer mit Partner Marketing in Deutschland Erfolg haben will, muss als erstes begreifen, dass man den Markt genau verstehen muss. Der Online-Handel in Deutschland funktioniert ganz anders als in anderen wichtigen Wirtschaftsnationen. Hier nur zwei entscheidende Unterschiede, an denen sich zeigt, dass es ohne Marktkenntnis nicht geht:

Erstens: Konsumenten in Deutschland haben den E-Commerce etwas langsamer angenommen als andere wichtige Märkte. So ist die deutsche Wirtschaft zwar um 40 Prozent größer als beispielsweise die britische, aber das Umsatzvolumen im E-Commerce ist um 40 Prozent geringer. Das bedeutet, dass der deutsche Umsatz im Online-Handel nur 8,8 Prozent des gesamten Einzelhandelvolumens ausmacht, im Vereinigten Königreich sind es 16,5 Prozent. Dennoch stammt der Löwenanteil des Umsatzwachstums in Deutschland aus dem Handel über Online- und Mobile-Plattformen.

Zweitens: Viele User in Deutschland erwarten beim Online-Einkauf, nach Erhalt der Lieferung auf Rechnung zahlen zu können. Anders als in den USA, wo ein offener Saldo auf dem Kreditkartenkonto vollkommen normal ist, reicht es in Deutschland nicht aus, zur Bezahlung ausschließlich Kreditkarte oder Lastschrift anzubieten. „Jetzt kaufen, später zahlen“ ist ein Muss, um Erfolg zu haben.

Vertrauen ist Trumpf

Um das Vertrauen deiner Kunden zu gewinnen, musst du ihnen voll lokalisierte Inhalte und eine hochwertige Online-Umgebung anbieten. Ein bemerkenswert hoher Anteil von 68 Prozent der Konsumenten in Deutschland kauft nur auf deutschen Websites, das ist weltweit der zweithöchste Wert nach Japan. Das heißt nicht, dass internationale Unternehmen nichts in Deutschland verkaufen können, sondern vielmehr, dass ein halbherziges Engagement aller Wahrscheinlichkeit nach nicht ausreicht, wenn es darum geht, den Kunden ein auf Deutschland zugeschnittenes Erlebnis zu präsentieren.

Aber für das Partner Marketing ist das eine gute Nachricht: Glaubwürdige Partner können nämlich neuen Anbietern helfen, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Ein Partner, dem sie bereits vertrauen, kann den Kunden beim Kontakt mit einer neuen Marke oder einem unbekannten Produkt mehr Sicherheit vermitteln.

Unter dem Strich ist Partner Marketing in Deutschland anspruchsvoll, hat hohe Wachstumsraten und bietet ebenso bemerkenswerte Chancen wie Fallstricke. Dieser Markt ist also sehr eigen und spannend, und es sieht ganz danach aus, dass er in der Zukunft – trotz Bedrohungen durch blockierte Third Party Cookies und Co. – noch dynamischer und ertragreicher wird.

 

Autor: Dennis Petersen

Quelle: onlinemarketing.de

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