Zürich, 18. Juni 2020 – Die Veranstaltungsbranche war der erste Wirtschaftszweig, der von der
COVID-19-Krise getroffen wurde und er wird auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am
längsten und tiefgreifendsten von den Auswirkungen betroffen sein. Seit dem 16. März 2020 ist
einem kompletten Wirtschaftszweig faktisch die Arbeitsgrundlage entzogen. Konzerte, Festivals
oder Theateraufführungen, Business Events usw. – ein Zusammenkommen von Menschen war
komplett verunmöglicht.

Die betroffenen Unternehmen aus der Veranstaltungsbranche sowie Veranstaltungs-Locations
in der ganzen Schweiz strahlen im Rahmen der «Night of Light» am Abend des 22. Juni 2020 von
22.00 Uhr bis 24.00 Uhr solidarisch ihre Gebäude oder stellvertretend ein Bauwerk in ihrer Region
oder Stadt mit rotem Licht an, um auf die schwierige Situation in der Veranstaltungsbranche
aufmerksam zu machen.

Eine Branche zeigt Einigkeit über Ländergrenzen hinweg
Unsere Branche ist sehr komplex und vereint in sich viele unterschiedliche Fachbereiche und
Spezialdisziplinen und hat deshalb keine zentrale in der Politik verankerte Lobby. Die Inspiration zur
Aktion «Night of Light» kommt von unseren Branchenkollegen in Deutschland (https://night-oflight.
de), denn die aktuelle Situation hat durchaus internationales, wenn nicht globales Ausmass.
Unterstützung der Branche ist immer noch dringend nötig.

Seit dem Lockdown macht die Veranstaltungsbranche keinen Umsatz mehr.

Anders als in den produzierenden Branchen können weggefallene Umsätze nicht mehr nachgeholt werden, es kann auch
nichts «auf Vorrat» produziert werden; die meisten Unternehmen in der Branche sind Dienstleister.

Gemäss Kulturstatistik des Bundes waren in der Kultur- und Kreativwirtschaft im Jahr 2013 mehr als
275’000 Personen in rund 71’000 Betrieben beschäftigt. Das sind über 10,9 Prozent aller Betriebe und
der Anteil Beschäftigter an der Gesamtwirtschaft von 5,5 Prozent ist vergleichbar mit dem Anteil der
Finanz- oder der Tourismusbranche. Die Kultur- und Kreativwirtschaft generiert selbst einen
Gesamtumsatz von rund 70 Milliarden Franken und erzielt damit eine enorme direkte und indirekte
Wertschöpfung. Selbst wenn nach Beendigung der Krise eine hohe Nachfrage einsetzen würde, kann
der erlittene Verlust nicht mehr kompensiert werden. Erste Analysen gehen von einem 80% – 100%
Umsatzausfall für den Zeitraum von März bis mindestens August, aber eher Oktober aus. Daraus
resultiert eine akute Insolvenzgefahr für die gesamte Branche. Es ist wichtig, auch die Öffentlichkeit auf
die besonders hart getroffene Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen.

Events bis 300 Personen sind inzwischen mit den entwickelten Sicherheits- und Hygienekonzepten
wieder erlaubt. Das ist zwar ein Lichtblick, aber die strengen Auflagen führen zumindest im Kultursektor
dazu, dass diese Veranstaltungen zurzeit nicht wirtschaftlich durchführbar sind.
Trotz anfänglichen Zusicherungen des Bundesrates fühlen sich insbesondere die KMU sowie die
Selbständigen der Branche nun im Stich gelassen. Durch die Streichung der Kurzarbeit für Personen in
arbeitgeberähnlicher Stellung sowie der Änderungen im Erwerbsersatz für Selbständige verschlechtern
sich die Aussichten dieser Akteure noch einmal deutlich. Die Veranstaltungsbranche besteht zu einem
grossen Teil aus kleinen und kleinsten inhabergeführten Unternehmen sowie aus
Selbständigerwerbenden. Hier ist eine Weiterführung der Unterstützung bis zum Normalbetrieb
dringend nötig.

Ebenso fordert die gesamte Branche mehr Planungssicherheit für die Zeit ab dem 1. September 2020
und ein Bewusstsein für die Zeithorizonte im Veranstaltungsgeschäft. Es wird noch Monate dauern, bis
in der Kulturbranche wieder Normalbetrieb herrscht. Die Normalität kann auch nicht durch einen
Behördenentscheid von einer Woche auf die andere erreicht werden. In unserer global vernetzten
Branche dauert der Vorlauf für einen Neustart je nach Veranstaltung zwischen 4 und 8 Monaten bis wir
wieder Fahrt aufgenommen haben.

«Night of Light» – ein leuchtendes Mahnmal und ein flammender Appell der
Veranstaltungsbranche

Dank den genannten ersten Lockerungen macht sich immerhin in einigen Teilen unseres
Wirtschaftszweiges etwas Aufbruchstimmung bemerkbar. Daher ist es für die Exponenten wichtig, trotz
der aktuellen Situation auch eine positive Haltung rüberzubringen und mit dem Einleuchten diverser
Objekte ein faszinierendes und emotionales Event zu schaffen und der Bevölkerung zu signalisieren:
wir sind da und bereit, vieles ist schon möglich und wir freuen uns auf neue Events.
In den vergangenen Wochen ist in der Branche ein richtiges «Wir-Gefühl» entstanden. Auf der Website
www.nightoflight.ch ist ersichtlich, dass sich stündlich neue Unternehmen, Locations und
Kulturschaffende der «Night of Light» anschliessen und am gleichen Strick ziehen.