Was ist Mobile Marketing?

Im weitesten Sinn zählen sämtliche Marketing-Maßnahmen, die über den Tablet-PC oder das Smartphone laufen, zum Mobile Marketing. Tablet-PC und Smartphone sind dabei als Mobile Marketing Devices zu verstehen. Mobiles Marketing dient dazu, den Konsumenten Informationen zu Produkten, Leistungen sowie Medieninhalte in Form von Musik, Filmen und Spielen bereitzustellen. Auch der Verkauf von realen Produkten über Tablet-PC und Smartphone fällt unter den Begriff Mobile Marketing. Je nach Einsatzfeld, das sich von der Übermittlung von Informationen bis hin zum mobilen Verkauf von realen Produkten erstrecken kann, versucht mobiles Marketing, das Verhalten von Usern auf Mobile Marketing Devices wie Tablet-PC und Smartphone zu beeinflussen. Dafür werden Online-Shops, Aktionen und Leistungen so zugeschnitten, dass sie ideal auf den mobilen Endgeräten dargestellt werden. Zudem stehen im mobilen Marketing weitere Instrumente zur Verfügung.

Grundlagen Mobile-Marketing-Maßnahmen

Durch die Nutzung von mobilen Endgeräten ergeben sich beim mobilen Marketing neue Voraussetzungen, die bei der Erstellung der Marketing-Strategie zu berücksichtigen sind:

  • ein kleinerer Bildschirm
  • ein intuitiver Touchscreen
  • das veränderte Verhalten des Nutzers

Neben den Anforderungen, die sich zur Darstellung auf mobilen Endgeräten an eine Website stellen, müssen auch Apps und Widgets für die mobile Nutzung optimiert werden. Dabei müssen bei der Optimierung auch die Betriebssysteme, mit denen die mobilen Endgeräte betrieben werden, berücksichtigt werden. Dies sind Deutschland derzeit vor allem Android und iOS für Apple-Geräte. Laut Statista lag der Anteil von Android als mobiles Betriebssystem bei deutschen Smartphonenutzern im Juli 2017 bei 70 Prozent, iOS brachte es auf 27 Prozent.

Im Rahmen des mobilen Marketings müssen Websites, Apps und Widgets kurze Ladezeiten, eine hohe Usability sowie eine einfache Navigation aufweisen. Darüber hinaus sollte auch die Mobile User Experience, das Nutzerlebnis auf mobilen Endgeräten, unterstützt werden. Für die Vermarktung ist eine einfache Anbindung der Apps an den Google Play Store und den Apple Store erforderlich.

Vorteile

Das mobile Internet erlangt eine immer größer werdende Bedeutung in unserer Gesellschaft. Fast jeder ist inzwischen mit Geräten wie einem Smartphone oder Tablet-PC im Netz unterwegs. Bereits im Jahr 2014 besaßen laut der Internet-Marktforschungsfirma comScore über 40 Millionen Menschen in Deutschland ein Smartphone. Demnach nutzt jeder Zweite Social Media über das Handy, checkt E-Mails unkompliziert in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit oder shoppt bequem via Smartphone-App in der Mittagspause. In diesem Zusammenhang wird es auch in den kommenden Jahren ständig wichtiger, seine Marketingziele auch auf die mobile Nutzung auszurichten. Laut einer Prognose von eMarketer wird die Anzahl der Nutzer des mobilen Internets im Jahr 2018 auf insgesamt 58 Millionen steigen. Damit sind mehr als zwei Drittel aller Deutschen mit einem mobilen Endgerät im Internet. Demnach wird sich die Nutzung des mobilen Internets von 2013 bis 2018 voraussichtlich mehr als verdoppeln. Und das bedeutet, dass Unternehmen mittels des mobilen Marketings weitere Kundenstämme generieren können.

Zudem macht es mobiles Marketing Unternehmern besonders einfach, die Möglichkeiten, die sich aus dem Web 2.0 ergeben, für ihre Zwecke zu nutzen. Besonders die Interaktivität erweist sich als große Chance für Unternehmer. Über mobiles Marketing ist es für sie ein Leichtes, mit Kunden bzw. Kaufinteressenten in Kontakt zu kommen. So steht mobiles Marketing für Kommunikation in beide Richtungen. Anders als bei der klassischen Werbung, die immer nur vom Werbetreibenden zum Kaufinteressenten verläuft, können Unternehmen beim mobilen Marketing direkt und unmittelbar mit Kunden und Kaufinteressenten interagieren.

Darüber hinaus eröffnet Marketing-Maßnahmen für mobile Endgeräte die Option einer noch gezielteren Kundenansprache, die sich an den persönlichen Bedürfnissen der Endverbraucher orientiert. Mit dem Smartphone sind Konsumenten ständig erreichbar und können so mit Marketing-Maßnahmen unabhängig von Ort und Zeit angesprochen werden. Zudem ermöglicht diese Marketing-Form dadurch eine weitere Personalisierung der Inhalte, die so unmittelbar auf die Interessen und jeweiligen Situationen der Endverbraucher zugeschnitten ist. Gerade zum Erreichen junger Zielgruppen können sich Unternehmen durch gezielte Mobile-Marketing-Aktivitäten ein enormes Potential zunutze machen.

Schwachstellen vom mobilen Marketing

Beim mobilen Marketing handelt es sich um eine relative junge Disziplin, die momentan noch von diversen Anfangsschwierigkeiten geprägt ist. So ist den meisten deutschen Smartphone-Usern noch nicht in vollem Umfang klar, welche Nutzungsmöglichkeiten sich aus ihren mobilen Endgeräten ergeben. Für den Großteil der Mobile-Marketing-Aktivitäten sind daher momentan noch Erklärungen und begleitende Maßnahmen notwendig. Zudem stellt die Sicherheit ein kritischer Aspekt dar, der stärker Berücksichtigung finden muss, um bei den Konsumenten eine Vertrauensbasis und damit stärkere Akzeptanz zu schaffen.

Auch besteht beim mobilen Marketing eine große Abhängigkeit von den Mobilfunkanbietern. Im Augenblick sind die Maßnahmen des mobilen Marketings zudem noch mit relativ hohen Kosten bei relativ niedrigen Erfolgen verbunden.

Instrumente des Mobile Marketings

Damit die geplante Kampagne gelingt, nutzen professionelle Mobile-Marketing-Manager spezielle Instrumente, unter anderem:

Mobile Website

Im Rahmen dieser jungen Marketing-Form ist es notwendig, die jeweilige Website für die mobile Nutzung zu optimieren. Die mobile Website dient innerhalb des Mobile Marketings zur Umsatzsteigerung und Integration von Bannerwerbung. Dazu wird im Idealfall eine gesonderte Webseite erstellt, die nur über das mobile Endgerät abgerufen werden kann. Das mobile Pendant zur Landingpage sollte auf das mobile Endgerät angepasst sein und die wichtigsten Informationen liefern, ohne zu überladen zu wirken. Denn weniger ist bei mobilen Landgingpages mehr. Zu viele Informationen auf einem Blick verwirren den Kunden und er verlässt die Landingpage womöglich sehr schnell. Es entscheidet immer der erste Eindruck und damit auch die Verweildauer des Kunden auf einer Seite. In diesem Zusammenhang ist auch das Responsive Design der Website entscheidend. Responsive Design ist seit dessen „Erfindung“ im Jahr 2010 von Ethan Marcotte immer noch das Zauberwort für angepasste Benutzeroberflächen und eine benutzerfreundliche Usability im Web sowie auf Smartphones oder Tablet-PCs. Eine Website passt im Zuge des Responsive Designs die Inhalte auf die Größe des Displays an. Das Responsive Design ist inzwischen auch ein Rankingfaktor von Google und entscheidet damit auch darüber, an welcher Stelle die jeweilige Website in der Suchergebnisliste bei Google auftaucht.

Mobile Apps

Ob nun Apples App Store, Googles Play Store oder der Store von Microsoft, bei dem Anwendungen für das Windows Phone angeboten werden: Apps – also kleine Anwendungen, beziehungsweise Programme für das Smartphone oder den Tablet-PC – sind ein enorm wachsender Markt im mobilen Sektor des Online-Marketings. Der Vorteil liegt in dem auf das System angepassten Design und die zumeist einfache Handhabung. Eine gut programmierte und für den Kunden sinnvoll erscheinende App, die einen erkennbaren Mehrwert bieten und der sie zum Download motiviert, bindet an das Unternehmen oder die Marke. Dabei kann es sich um simple Informationen über das Unternehmen oder auch um Unterhaltung handeln, Hauptsache die Aufmerksamkeit des Nutzers ist geweckt. Neben der Möglichkeit, die eigene Bekanntheit zu erhöhen, können in Apps auch Werbebanner integriert werden.

Mobile Commerce

Beim Mobile Commerce werden geschäftliche Transaktionen durch Nutzung mobiler Endgeräte abgeschlossen. Der mobile Einkauf wird dabei entweder über Mobile Websites, die für die mobile Nutzung optimiert sind, oder über Apps abgewickelt.

Mobile SEO

Durch die Mobile Marketing Devices ergeben sich auch für die Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO, neue Anforderungen. Auf Tablet-PCs und Smartphones kommt insbesondere dem Local SEO eine wichtige Funktion zu, welches das Ranking innerhalb der lokalen Suche verbessern soll.

Location-Based-Marketing

Immer mehr im Kommen und auch bei den Usern beliebt: Location-Based-Advertising. Bei der Beurteilung von Location Based Services gaben schon 18 Prozent der Befragten einer Studie von Goldmedia aus dem Jahr 2014 an, diese als wichtige Marktgröße wahrzunehmen. Nach Aktivierung von GPS oder Eingabe der Postleitzahl werden dem Nutzer Angebote aus der Nähe angezeigt. Der Kunde wird mit einer Karte an den Point-Of-Sale (POS) geleitet und kann so ein Angebot sofort nutzen. Ebenfalls nützlich sind in dem Zusammenhang Bonuspunkte, die bei dem Besuch eines bestimmten Ortes gesammelt werden können und so den Nutzer regelmäßig an den Ort zurück locken.

QR-Code

Was sich in Japan schon vor etlichen Jahren als neue Möglichkeit für Werbung und Kundenansprache etabliert hat, ist auch in Deutschland angekommen: QR-Codes. Mit Hilfe der kleinen, teils kryptisch aussehenden Zeichen lassen sich in verkürzter Form Inhalte zu Produkten oder Dienstleitungen komprimieren. Mit einem einfachen Scan kann der Kunde so schnell an die gewünschten Informationen gelangen, ohne zum Beispiel mühsam eine URL abtippen zu müssen.

Mobile Advertising

Werbeanzeigen und Banner stellen ein immer noch verlässliches Mittel zur Kundenansprache dar. Auch im Bereich mobiles Marketing können kleine Anzeigen am Bildschirmrand oder Pop-Ups, die an die kleineren Bildschirme angepasst sind, einiges bewirken. Bereits im Jahr 2014 wurde mit mobiler Onlinewerbung 298 Millionen Euro Umsatz generiert. Und die Tendenz ist weiterhin steigend. Werbeanzeigen werden im mobilen Sektor an die kleinen Bildschirme angepasst. Anstelle einer kleinen Anzeige am Bildschirmrand erfolgt häufig die Darstellung als Pop-Up über den ganzen Bildschirm.

In-Game-Mobile-Marketing

Mobile Spiele werden immer beliebter – ob in der U-Bahn oder auf dem Sofa zuhause, Eine gute Möglichkeit sind deshalb Anzeigen, die speziell auf Spiele auf dem Smartphone oder Tablet ausgerichtet sind. Ob auch am unteren Bildschirmrand oder ebenfalls als bildschirmfüllendes Pop-Up: So kann mittels gut platzierter Werbung eine höhere Reichweite im diesem Bereich des Marketings geschaffen werden.

Mobile Payment

Die Mobile Marketing Devices eröffnen neue Möglichkeiten zur Abwicklung der Bezahlung auf mobilen Endgeräten. Voraussetzung dafür ist, dass mindestens ein Teilnehmer ein mobiles Bezahlsystem nutzt. So kann mit dem Smartphone auch im Ladengeschäft bargeldlos gezahlt werden.

Mobile Banking

Mittels Mobile Banking ist Usern der Abruf ihrer Depo- und Kontofunktionen über ihr mobiles Endgerät möglich. Auch Transaktionen lassen sich mit diesen Devices auf dem Smartphone oder Tablet-PC abwickeln.

SMS-Nachrichten

Für die gezielte Kundenansprache eignet sich SMS-Marketing als wirksames Instrument. Insofern der Kunde per vorherigem Opt-In einer Nutzung seiner Handynummer eingewilligt hat, kann ihm gezielt relevanter Content zugestellt werden. Dabei dürfen natürlich bestimmte Ruhezeiten nicht außer Acht gelassen werden, denn die SMS ist ein noch immer sehr persönliches Medium für Werbung. Aber mit dem richtigen Inhalt kann der Nutzer positiv überrascht werden, um so individuell auf ihn zugeschnittene Angebote zu erhalten.

Mobile Coupons

Mobile Coupon eröffnen für Marketer neue Möglichkeiten zur Verkaufsförderung. Die auf den Mobile Marketing Devices verfügbaren Coupons können sowohl direkt online als auch im Ladengeschäft vor Ort eingelöst werden und sollen auf diese Weise einen Beitrag zur Verkaufsförderung leisten.

Zielgruppe gezielt auf mobilen Endgeräten ansprechen

Mobiles Marketing wird überwiegend dort eingesetzt, wo eine Zielgruppe erreicht werden soll, die fast nur via Mobilgerät online ist. Dass dazu längst nicht mehr nur die Generation U40 zählt, ist schon vielen Unternehmen bewusst. Ältere Kunden kaufen etliche Produkte immer öfter über das Tablet oder Smartphone. Wichtig ist für diese Konsumenten, dass möglichst alle Artikelinformationen schnell und immer verfügbar sind. Dies erfordert eine Professionalisierung der Mobile-Marketing-Maßnahmen.